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Zuletzt aktualisiert: 31. Mai 2021

Spinat ist ein super gesundes Gemüse. Das enthält viele lebenswichtige Vitamine, Mineralien und sollte auf jeden Fall von allen gesunden Menschen konsumiert werden(1). Viele sind jedoch verzweifelt, ob der Spinat nach dem Aufwärmen gefährlich für die Gesundheit wird.

In diesem Artikel klären wir, ob der aufgewärmte Spinat so gefährlich ist. Spoiler: Du findest raus, wie und wieso du Spinat bedenkenlos zubereiten und konsumieren kannst.




Das Wichtigste in Kürze

  • Spinat enthält viel Nitrat, das durch den Einfluss von Bakterien zu Nitrit wird. Nitrit ist ist gesundheitsschädlich und trägt zur Krebsentstehung bei. Die Raumtemperatur begünstigt die Vermehrung von Bakterien und somit die Umwandlung des Nitrats zu Nitrit.
  • Man kann diesen Prozess verlangsamen, indem man die Kontaktzeit des Spinats mit der Wärme auf dem Minimum hält und den Spinat im Kühlschrank und im Tiefkühler lagert. Erhitze das Gemüse mindestens auf 70°, um Bakterien zu töten und verzehre es innerhalb von zwei Tagen.
  • Wir empfehlen für die Kleinkinder nur frischen Spinat zu verzehren und auf wieder aufgewärmtes zu verzichten. Die Menge an Nitrit, die für Erwachsene gesundheitsunbedenklich sind, können für die Kinder gesundheitsschädlich sein.

Spinat aufwärmen: Was du wissen solltest

Anhand von folgenden Fragen erklären wir dir, wie du Spinat richtig aufwärmst und zubereitest, damit es gesundheitlich ungefährlich ist.

Kann man Spinat aufwärmen?

Grundsätzlich kann man sagen “Ja”. Spinat kannst du ein oder auch zwei Mal aufwärmen und verzehren, ohne vor den negativen Folgen auf die Gesundheit fürchten zu müssen. Dabei gibt es gewisse Regeln zu beachten. Wenn du diesen Regeln richtig befolgst, kannst du Spinat mehrmals aufwärmen und mit einem guten Gewissen konsumieren.

Welche Gefahren beim Spinat Aufwärmen gibt es?

Der Zweifel im Zusammenhang mit dem Konsum von dem aufgewärmten Spinat ist gerechtfertigt. Spinat enthält viel Nitrat (2). Nitrat ist erstmal gesund. Es ist gut für die Gefäße und trägt zur natürlichen Blutdrucksenkung bei.

Durch den Einfluss von Bakterien auf dem Gemüse wandelt sich Nitrat zu Nitrit um(3). Nitrit wandelt sich wiederum zu Nitrosaminen um. Diese sind mit der Entstehung von Krebs verbunden.(4)

Diese gilt auch für anderes Gemüse auch. Nitrat ist in vielen anderen Gemüsesorten vorhanden (5). Hier haben wir für dich den Nitratgehalt der verschiedenen Gemüsesorten erfasst:

hoch: 1.000–4.000 mg/kg Nitrat mittel: 1.000–500 mg/kg Nitrat gering: unter 500 mg/kg Nitrat
Blattgemüse:
Kopfsalat,
Endivie,
Eissalat,
Feldsalat,
Spinat,
Stielmangold,
Rucola
Wurzel- und Knollengemüse:
Karotten,
Kohlrabi,
Sellerie
Fruchtgemüse:
Erbsen,
Gurken,
Grüne Bohnen,
Paprika,
Tomaten
Kohlgemüse:
Grünkohl,
Chinakohl,
Weißkohl,
Wirsing
Kohlgemüse:
Blumenkohl,
Kopfkohl
Kohlgemüse:
Rosenkohl
Wurzelgemüse:
Rote Rüben,
Radieschen,
Rettich
Zwiebelgemüse:
Lauch
Zwiebelgemüse:
Knoblauch,
Zwiebeln
Fruchtgemüse:
Auberginen,
Zucchini
Obst,
Getreide,
Kartoffeln

Eine große Rolle dabei spielt die Temperatur. Bei Raumtemperatur vermehren sich die Bakterien schneller, sodass sie mehr und schneller gesundheitsschädliches Nitrit auf Spinat bilden können.

Das heißt, dass Spinat umso gefährlicher ist, je länger er mit Wärme konfrontiert ist. Ein hoher Nitrit Gehalt kann außerdem zu Erbrechen, Übelkeit und Durchfall führen(6).

Für wen kann das Spinat Aufwärmen besonders gefährlich sein ?

Erwachsene können die Menge an enthaltenden Nitrat und Nitrit auf dem Blattgemüse problemlos vertagen, ohne das damit Gesundheitsrisiko verbunden ist. Selbst wenn die Menge manchmal überschritten wird, kann das von einem gesunden erwachsenen Organismus gut vertragen werden.

Spinat übernimmt Nitrat durch die Wurzeln aus dem Boden, das reich an diesem Stoff ist. Je länger Spinat im Boden wächst, desto mehr Nitrat wird übernommen. (Bildquelle: Pille R. Priske / Unsplash)

Anders seiht es bei Kindern aus. Da ihr Immunschutz noch nicht vollständig entwickelt ist, können die für Erwachsene harmlose Stoffe für die Kindern ganz schädlich sein. So ist das mit Nitrit auch.

Bereits geringe Mengen von dem Stoff können bei Kleinkindern den Sauerstofftransport behindern und sind somit sehr gesundheitsgefährdend.(7) Kinder sollten deshalb am besten nur frischgekochte Gerichte mit Spinat verzehren. Das gleiche gilt für die Menschen mit dem geschwächten Immunsystem.

Wie geht das Spinat Aufwärmen richtig?

Wenn du ein paar Regeln beachtest, kannst du Spinat bedenkenlos erwärmen. Wie bereits erwähnt, begünstigt die Raumtemperatur die Bildung vom Nitrit auf dem Spinat(8). Das heißt, wir müssen dies möglichst vermeiden.

Vermeide die langen Warmhaltezeiten!

Du solltest Spinat immer im Kühlschrank oder im Tiefkühler lagern. Nach der Entnahme aus dem Kühlschrank sollte Spinat direkt zubereitet und verzehrt werden. Am besten erwärmst du den Spinat mindesten bei 70°, um möglichst viele Bakterien zu töten.

Vergiss nicht den Spinat davor gründlich zu spülen. Nach dem Essen solltest du die Spinatreste schnell wieder in einer verschließbaren Dose in den Kühlschrank oder in den Tiefkühler stellen, um die weitere Bildung von Nitrit zu vermeiden. Wichtig ist, dass du die Warmhaltezeiten so niedrig wie möglich hältst.

Beachte aber, dass selbst im Kühlschrank und im Tiefkühler die Bakterien sich weiterhin vermehren und das Nitrat zu Nitrit umwandeln. Dies geschieht dort nur viel langsamer. Deshalb solltest du den gekauften Spinat im besten Fall innerhalb von zwei Tagen verzehren. Grundsätzlich gilt: so wenig wie es geht warm halten und baldmöglichst essen.

Wie oft darf man den Spinat aufwärmen?

Tatsächlich kann man Spinat zwei, drei und mehrmals problemlos erwärmen. Das Wichtigste ist nur, dass du ihn in nicht länger als zwei Tagen konsumierts und die von uns formulierten Regeln richtig befolgst. Das Aufwärmen bis auf 70° gilt für jedes Mal, an dem du den Spinat erwärmen und verzehren willst.

Fazit

Tatsächlich ist die Vorsicht beim Spinat Erwärmen vollkommen begründet. In Kombination mit der Wärme können auf Spinat sehr gesundheitsschädliche Stoffe gebildet werden. Diese Stoffe in Form von Nitrit kann zur Krebsentstehung in unserem Körper beitragen. Deshalb ist es so wichtig sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

Spinat ist ein sehr nützliches Gemüse für unsere Gesundheit. Er enthält gesundheitswichtige Stoffe, auf die wir aus der Furcht vor gesundheitsschändlichem Nitrit nicht verzichten dürfen.

Genau aus diesem Grund haben wir für dich im Rahmen dieses Artikels die wichtigsten Hinweise im Zusammenhang mit dem Erwärmen, Lagerung und Zubereitung vom Spinat verfasst. Halte den Kontakt des Spinats mit der Wärme auf Minimum und genieße heilende Wirkung des Spinats auf deine Gesundheit!

Bildquelle: Annie Spratt / Unsplash

Einzelnachweise (8)

1. Roberts, J. L., & Moreau, R. (2016). Functional properties of spinach (Spinacia oleracea L.) phytochemicals and bioactives. Food & function, 7(8), 3337–3353. https://doi.org/10.1039/c6fo00051g
Quelle

2. Brkić, D., Bošnir, J., Bevardi, M., Bošković, A. G., Miloš, S., Lasić, D., Krivohlavek, A., Racz, A., Ćuić, A. M., & Trstenjak, N. U. (2017). NITRATE IN LEAFY GREEN VEGETABLES AND ESTIMATED INTAKE. African journal of traditional, complementary, and alternative medicines : AJTCAM, 14(3), 31–41. https://doi.org/10.21010/ajtcam.v14i3.4
Quelle

3. William E. J. Phillips Journal of Agricultural and Food Chemistry 1968 16 (1), 88-91 DOI: 10.1021/jf60155a012
Quelle

4. Karwowska, M., & Kononiuk, A. (2020). Nitrates/Nitrites in Food-Risk for Nitrosative Stress and Benefits. Antioxidants (Basel, Switzerland), 9(3), 241. https://doi.org/10.3390/antiox9030241
Quelle

5. C. Zorn: Richtwerte für Nitrat in Gemüse, AID Verbraucherdienst 31 (1986) 166–173.
Quelle

6. Dr. Maike Groeneveld; Kontaminanten und Rückstände: Unerwünschte Stoffe in Lebensmitteln; 27.07.2020
Quelle

7. Dtsch Med Wochenschr 1965; 90(42): 1856-1863 DOI: 10.1055/s-0028-1113435
Quelle

8. Thora-Christina Eder: Mikrobiologische Probleme bei Lebensmitteln im Haushalt ; 1971
Quelle

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Wissenschaftliche Studie
Roberts, J. L., & Moreau, R. (2016). Functional properties of spinach (Spinacia oleracea L.) phytochemicals and bioactives. Food & function, 7(8), 3337–3353. https://doi.org/10.1039/c6fo00051g
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Karwowska, M., & Kononiuk, A. (2020). Nitrates/Nitrites in Food-Risk for Nitrosative Stress and Benefits. Antioxidants (Basel, Switzerland), 9(3), 241. https://doi.org/10.3390/antiox9030241
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C. Zorn: Richtwerte für Nitrat in Gemüse, AID Verbraucherdienst 31 (1986) 166–173.
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Dtsch Med Wochenschr 1965; 90(42): 1856-1863 DOI: 10.1055/s-0028-1113435
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Mikrobiologische Probleme bei Lebensmitteln im Haushalt
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