Frikadellen sind ein echter deutscher Küchenklassiker. Sie werden von Bayern bis Mecklenburg-Vorpommern in den verschiedensten Varianten zubereitet und verzehrt und lassen sich dabei immer wieder abwandeln, sodass es zahlreiche leckere Rezepte gibt.

Klassisch werden Sie in heißem Öl in der Pfanne zubereitet. Im Sommer landen sie in vielen Haushalten auch gern auf dem Grill.

Dass es aber auch anders geht, zeigen wir dir in diesem umfassenden Ratgeber. Mit ein bisschen Hintergrundwissen kannst du deine nächsten Frikadellen immerhin auch im Backofen zubereiten. Das spart nicht nur reichlich Fett und damit Kalorien, sondern auch viel Zeit. Bei der Zubereitung im Backofen musst du immerhin nicht ständig parat stehen.

Warum lohnt sich die Zubereitung von Frikadellen im Backofen?

Machen wir uns nichts vor: Gerade wenn Frikadellen in der Pfanne zubereitet werden, ist das Braten oft stressig. Immerhin sollen sie weder zu dunkel noch zu hart werden.

Die klassische Zubereitung einer Frikadelle erfolgt in einer Pfanne. Trotzdem können Frikadellen aus dem Backofen eine echte Alternative sein. (Bildquelle: 123rf.com / 96231525)

Darüber hinaus nehmen die Frikadellen auch unheimlich viel Fett während des Bratens auf. Bei der Zubereitung im Backofen ist das nicht der Fall:

  • Einmal im Backofen garen die Frikadellen ganz ohne dein Zutun im Backofen.
  • Du brauchst viel weniger Fett.
  • Frikadellen aus dem Backofen sind ein echtes Familienrezept, denn du kannst ganz entspannt mit deinen Lieben Zeit verbringen, während die Fleischbällchen zubereitet werden.
  • Dem Geschmack schadet die Zubereitung im Backofen nicht.
  • Frikadellen im Backofen sind eine gute Wahl für ein umfangreicheres Essen, denn du hast im Anschluss noch genügend Zeit, um dich beispielsweise um die Beilagen zu kümmern.

Einfache Frikadellen aus dem Backofen: Der Küchenklassiker ohne viel Exotik

Die Klassiker sind meistens eben doch am besten, zumindest bei Kindern, die auf kulinarischer Seite häufig keineswegs zu Experimenten bereit sind. Aus diesem Grund haben wir für dich zunächst ein klassisches Rezept zusammengestellt. Eines möchten wir vorwegnehmen:

Hast du unter den vielen Frikadellen-Rezepten schon deinen unangefochtenen Favoriten gefunden, gibt es nichts was dagegen spricht, diesen für die Backofen-Zubereitung zu nutzen.

Bereite deine Frikadellen ruhig hin und wieder mit unterschiedlichen Hackfleisch-Varianten zu. Dadurch lässt sich der Geschmack variieren, ohne dass du immer wieder neue Gewürzmischungen ausprobieren musst.

Schauen wir uns also zunächst an, was du für die klassischen Frikadellen aus dem Backofen brauchst:

  • 1 Kilogramm Hackfleisch
  • 2 Eier
  • 2 Toastscheiben oder ein altbackenes Brötchen (vom Vortag)
  • 1 Teelöffel Senf deiner Wahl
  • 2 Esslöffel Curry-Gewürz-Ketchup
  • 2 Teelöffel Salz
  • 1 fein gehackte Zwiebel
  • 1 Teelöffel fein gehackter Knoblauch

Den besonderen Geschmack machen bei den Frikadellen im Backofen natürlich die verschiedenen Gewürze aus, die du unter das Fleisch mengst. Hier solltest du dich langsam herantasten, wie viele der Gewürze du tatsächlich brauchst. Neben Basilikum kannst du bei diesem Rezeptklassiker auch mit edelsüßem Paprikapulver und Curry würzen.

Am besten verteilst du die Gewürze, wenn du sie vorher in einer kleinen Schüssel miteinander mengst und dann über das Hackfleisch streust. Achte darauf, dass sich nicht so viele Klumpen bilden.

Ein Geheimnis leckerer Frikadellen ist die gute und gründliche Mischung aller Zutaten. Damit die Frikadellen nicht zu trocken und hart werden, wird das Toastbrot vorher in Wasser eingeweicht. Hier entfernst du zunächst die Toastbrot-Rinde.

Lege die Scheibe dann ganz in das Wasser und warte kurze Zeit. Wenn du das Toastbrot heraus nimmst, musst du es gut auswringen, damit nicht zu viel Wasser in deiner Fleischmasse landet.

Nun gibst du das Toastbrot gemeinsam mit den Gewürzen zum Hackfleisch und knetest alles gründlich. Ist eine schöne homogene Fleischmasse entstanden, kannst du damit beginnen, die Frikadellen zu formen.

Hier kannst du natürlich deinen eigenen Geschmack entscheiden lassen. Achte aber darauf, dass die Frikadellen alle ungefähr die gleiche Größe haben, da sie sonst nicht gleichmäßig fertig werden.

Die einzelnen Frikadellen werden nun auf das Backblech gelegt. Hier gelingen sie am besten. Die Zubereitung in einer Auflauf- oder Bratenform ist oftmals nicht die beste Wahl.

Du solltest das Backblech vorher mit Alufolie belegen. Nun legst du die Frikadellen mit ein wenig Abstand auf das Backblech. Wichtig ist, dass sie nicht zu nah beieinander liegen. Nun bist du nur noch einen kleinen Katzensprung von einer kleinen Pause entfernt. Du heizt den Backofen wie folgt vor:

  • Bei Ober- und Unterhitze schaltest du den Backofen auf 200 Grad Celsius.
  • Hast du die Umluftfunktion, kannst du den Backofen auf 175 Grad Celsius stellen.

Deine Frikadellen brauchen in Abhängigkeit von der Dicke und Größe natürlich ein bisschen Zeit, bis sie fertig sind. Zu lange solltest du sie aber nicht im Ofen lassen, da du sonst Gefahr läufst, dass sie zu trocken sind. In den meisten Fällen sind die Frikadellen nach rund 45 Minuten fertig gebacken.

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Nimm die Frikadellen aus dem Backofen und hebe sie vorsichtig auf einen Teller. Lass dir hierbei ruhig Zeit, denn aufgrund der Zubereitung im Backofen sind die Frikadellen besonders weich und saftig. Wenn sie dann kalt sind, werden sie fester, sodass sie sich dann hervorragend als feiner Snack empfehlen.

Frikadellen aus dem Backofen – natürlich kann beim Rezept auch abgewechselt werden. Oft macht es auch Sinn, einen Auflauf mit Hackfleisch zuzubereiten. (Bildquelle: 123rf.com / 114083358)

Möchtest du Fingerfood, also Snacks, die deine Gäste problemlos in die Hand nehmen können, zubereiten, werden die Hackbällchen natürlich deutlich kleiner gemacht. Das heißt aber auch, dass sie bei weitem nicht so viel Zeit im Backofen brauchen. Du kannst hier schon nach 20 bis 30 Minuten (je nach Größe) damit rechnen, dass die Frikadellen gut sind.

Nach der Zubereitung im Backofen können die Frikadellen natürlich ganz traditionell mit Kartoffeln und Gemüse genossen werden. Sie eignen sich aber auch hervorragend für einen selbst gemachten Hamburger.

Quark bringt Frische in die Backofenfrikadellen

Eine gute Wahl für Ihre Frikadellen aus dem Backofen ist die Zubereitung mit Magerquark.

Das klingt im ersten Moment sicherlich sehr außergewöhnlich, bietet aber nicht nur einen ganz besonderen Geschmack, sondern auch eine schöne saftige Konsistenz. Der Vorteil bei diesem Rezept ist, dass du hier nicht so viele Gewürze brauchst. Gerade außergewöhnliche Gewürze werden hier getrost weggelassen.

Schauen wir uns im nächsten Schritt an, was du genau für die Zubereitung im Backofen brauchst:

  • 500 Gramm Rinderhackfleisch (Achte beim Kauf darauf, dass das Hackfleisch nicht zu fett ist!)
  • 200 Gramm gut abgetropften Magerquark (Als Magerquark werden sämtliche Quarksorten gehandelt, die nicht mehr als 20 Prozent Fett haben)
  • 1 altbackenes Brötchen vom Vortag
  • 2 fein gewürfelte Zwiebeln (Am besten verwendest du hier weiße Zwiebeln, da diese nicht so scharf sind wie die Roten).
  • jeweils 1 Teelöffel Senf und Tomatenmark
  • Salz und Pfeffer zum Würzen

Bei diesem Rezept gibt es einen kleinen Kniff: Quark enthält von Natur aus unheimlich viel Wasser. Um dieses Wasser loszuwerden, muss er abtropfen können. Gehörst du zu den Kaffeetrinkern im Haus, kannst den Quark einfach in einen Kaffeefilter geben.

Ansonsten spannst du ein Tuch über eine Schüssel. Fixiere dieses am besten mit einem Gummi. Nun kannst du den Quark ruhen lassen. Es dauert bis zu drei Stunden, bis ausreichend Flüssigkeit abgetropft ist.

Im Grunde ist die Zubereitung der Frikadellen mit Quark genauso einfach wie die des klassischen Rezepts. Auch hier lässt du das Brötchen zunächst in Wasser einweichen und drückst es dann aus. Du mischst hier allerdings zunächst die Zwiebel mit Quark. Anschließend kannst du das Fleisch und die restlichen anderen Zutaten dazu geben.

Die Masse hat hier eine feuchte, lockere Konsistenz. Deswegen eignet sich das Rezept auch nicht zum Formen kleiner Bällchen. Du solltest dich hier bevorzugt immer für große Frikadellen entscheiden. Die Frikadellen können hier ruhig eine Stärke von 2 Zentimetern haben. Der Durchmesser kann bei bis zu 10 Zentimetern liegen.

Heize nun den Backofen vor. Diese Frikadellen brauchen ordentlich Temperatur während der Zubereitung. Du kannst dich hier bei Ober- und Unterhitze ruhig für 220 Grad Celsius entscheiden. Wichtig ist bei diesem Rezept, dass die Frikadellen nicht auf dem Backblech gegart werden. Sie werden stattdessen auf den Rost gelegt. Hier kann es natürlich passieren, dass ein wenig Fleischsaft nach unten tropft.

Das ist auch ganz normal und nicht weiter schlimm. Damit du nach der Zubereitung aber nicht den Backofen umfassend reinigen musst, stellst du eine Schüssel zum auffangen unter den Rost.

Du kannst auch ein höheres Backblech darunter schieben. Im nächsten Schritt heißt es warten. Nach rund 30 Minuten sollten deine Frikadellen fertig sein. Bist du dir unsicher, solltest du eine in der Mitte teilen.

Wenn du einmal für deine Frikadellen im Backofen kein altbackenes Brötchen oder Toast im Haus hast, kannst du natürlich auch Paniermehl verwenden. In diesem Fall wird es aber nicht eingeweicht, sondern trocken zur Fleischmasse gegeben.

Frikadellen in der Pfanne anbraten, im Backofen fertig garen

Möchtest du, dass deine Frikadellen wie gewohnt eine schöne knusprige Kruste haben, kannst du dich auch für die Kombination von beiden Zubereitungsvarianten entscheiden.

Das heißt: Du bereitest deine Frikadellen sowohl in der Pfanne als auch im Backofen zu. Vorteil: Sie werden besonders saftig und sind nicht ganz so weich. Nachteil ist allerdings, dass die Frikadellen natürlich einfach viel mehr Fett enthalten, denn gerade beim Anbraten saugen Sie das heiße Öl auf.

Übrigens: Für die Zubereitung von Frikadellen eignet sich eine Pfanne, welches besonders hoch erhitzbar ist – beispielsweise eine Gusseiserne Pfanne.

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Frikadellen mit Pfanne und Backofen zubereiten – So gehst du vor:

Bereite deine Frikadellen wie gewohnt nach deinem Lieblingsrezept zu. Im zweiten Schritt erhitzt du das Öl in einer Pfanne. Warte, bis es richtig heiß ist, bevor du die Frikadellen hinein legst.

Nun brate die Hackbällen von beiden Seiten gut an. Sind die beiden Seiten goldbraun, kannst du die Frikadellen aus der Pfanne nehmen und auf ein mit Alufolie ausgelegtes Backblech setzen.

Nun garst du diese einfach im Backofen bei einer Temperatur von 200 Grad Celsius fertig.

Vorsicht: Deine Frikadellen brauchen hier deutlich weniger Zeit als bei der reinen Backofen-Variante. Schon nach rund 15 Minuten sollten sie fertig sein.

Die Vorteile dieser Zubereitung liegen auf der Hand:

Vorteile
  • Durch das Fett wird der Geschmack verfeinert
  • Die Frikadellen werden schön saftig und schmecken angenehm intensiv
  • Die Zubereitung geht sehr flott
  • Frikadellen bekommen eine schöne Kruste
Nachteile
  • Zubereitung ist deutlich fettiger
  • Macht ein bisschen mehr Arbei

Frikadellen vom Vortag: So wärmst du sie im Backofen auf

Seien wir ehrlich, denn jeder kennt das wahrscheinlich: In deinem Kühlschrank stehen noch Frikadellen vom Vortag, weil irgendein Familienmitglied nicht so viel Hunger hatte. Natürlich kannst du die Frikadellen nun auch einfach kalt verzehren.

Auch hierfür gibt es eine ganze Reihe von Rezepten und Ideen, die diesen “Küchenrest” zu einem wahren Gaumenschmaus machen. Du kannst die Frikadellen aber auch noch einmal für eine fertige Mahlzeit einplanen.

In diesem Fall erwärmst du deine Frikadellen ganz einfach im Backofen. Wir haben natürlich auch hier einige Tricks und Kniffe für dich zusammengestellt. Wichtig ist hier: Es reicht eine viel geringere Zeit für die Zubereitung aus. So gehst du vor:

  1. Lege die Frikadellen, die aufgewärmt werden müssen, auf ein Backblech. Achten auch hier wieder darauf, dass die Hackbällen nicht zu nah aneinander liegen, sodass die Backofenwärme an allen Seiten an die Frikadellen gelangt.
  2. Nun schaltest du den Backofen ein. In der Regel reichen 140 Grad Celsius vollkommen aus, um die Frikadellen zu erwärmen.
  3. Im nächsten Schritt stellst du eine Schale mit Wasser auf das Blech. Hier musst du darauf achten, dass die Schale aus hitzebeständigem Material ist. Durch das Wasser, welches im Backofen verdunstet, bleiben deine Frikadellen schön saftig.
  4. Stelle nun das Backblech in den Backofen, wenn dieser die gewünschte Temperatur erreicht hat. Nach rund 7 Minuten sind die Frikadellen angenehm warm.

Durch das Aufwärmen geht natürlich die typische Kruste der Frikadellen verloren. Das ist alles andere als außergewöhnlich. Es gibt einen Trick, wie du deine Frikadellen wieder knuspriger machst. Nach der Zubereitung im Backofen legst du sie noch einmal kurz in eine heiße Pfanne und brätst sie an.

Du kannst hier wahlweise auf Öl oder auch Sonnenblumenmargarine zurückgreifen. Letztere ist nicht so fett wie Öl, schafft aber den gleichen Effekt.

Bildquelle: 123rf.com / 98419770

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