Zuletzt aktualisiert: 5. Dezember 2019

Die Ernährung ist ein großes Thema. Was sollen wir essen und wieviel davon ist wirklich gesund, wie nimmt man ab und welche Ernährung ist bei Unverträglichkeiten und Krankheiten angezeigt? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Ernährungsberater tagtäglich.

Der Ernährungscoach hilft Menschen, welche sich gesund ernähren möchten oder dies aufgrund von Übergewicht, Diabetes und anderen Grunderkrankungen auf ärztlichen Rat hin tun sollten.

Folgender Ratgeber informiert über dieses spannende Berufsfeld und klärt über die Ausbildungslage und Verdienstmöglichkeiten von Ernährungsberatern auf.




Das Wichtigste in Kürze

  • Ernährungsberater haben die Aufgabe, ihre Klienten über gesunde Ernährung zu informieren, über spezifische Ernährungsformen aufzuklären, Möglichkeiten zum Abnehmen aufzuzeigen oder den Speiseplan auf ernährungsbedingte Krankheiten hin abzustimmen.
  • Der Beruf des Ernährungsberaters kann im Rahmen von beruflichen Weiterbildungen erlernt werden. Die Gesetzeslage ist dabei recht undurchsichtig und die verschiedenen Lehrgangsträger legen die Dauer und den Inhalt des Lehrgangs nach eigenem Ermessen fest.
  • Ernährungsberater sollten Kommunikationsstärke, Soziale Kompetenz, analytische Fähigkeiten und ein gewisses naturwissenschaftliches Verständnis mitbringen.

Definition: Was macht ein Ernährungsberater?

Wer Ernährungsberater als Beruf ausüben möchte, trifft auf ein vielfältiges Aufgabenfeld, welches einiges an fachlicher Kompetenz erfordert.

Es handelt sich um eine anspruchsvolle beratende Tätigkeit, welche die Unterweisung der Klienten in allen Fragen der Ernährung zum hauptsächlichen Inhalt hat.

Als Ernährungsberater unterstützt du deine Klienten in allen Fragen rund um deren Ernährung. (Bildquelle: 123rf.com / 60270177)

Ein Ernährungsberater coacht seine Kunden und hilft ihnen dabei, ihre Ernährung dauerhaft umzustellen. Dies ist häufig nötig bei Übergewicht, Diabetes oder wenn Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Allergien vorliegen.

Zu den Aufgaben dieses Berufsbildes zählen:

  • Kundengespräche führen
  • Körpermessung durchführen
  • Fettanteil im Körper ermitteln
  • Ernährungstagebücher auswerten
  • Essverhalten analysieren
  • Ernährungspläne aufstellen
  • Ernährungsumstellungen begleiten
  • Klienten beim Einkaufen und Kochen unterstützen
  • Vorträge und Workshops halten

Ähnlich wie bei einem Arztbesuch wird zunächst ein ausführliches Gespräch geführt. Dies dient dazu, das Ernährungsverhalten des Kunden kennenzulernen und bereits mögliche Defizite zu erkennen.

Diese Anamnese ist Grundvoraussetzung für die weiteren Schritte. Während der Körpermessung wird der Fettanteil im Körper ermittelt.

Anschließend erstellt der Coach einen Ernährungsplan. Dieser dient dem Klienten als Fahrplan einer schrittweisen Umstellung der gewohnten Ernährung.

Der Kunde bekommt etwas Zeit, sich mit dem neuen Konzept anzufreunden. Häufig wird ihm empfohlen, ein Ernährungstagebuch zu führen. Bei Folgeterminen werden Erfolge und mögliche Probleme besprochen.

Häufig können auch Einkaufstraining und die Zubereitung der Speisen beim Klienten Zuhause zum Aufgabengebiet gehören. Der Ernährungsberater gibt nicht nur eine einmalige Empfehlung, er wird zum Begleiter und Ansprechpartner seiner Kunden.

Nicht nur in Einzelsitzungen wird der Berater sein Wissen weitergeben. Präventionsarbeit in Kindereinrichtungen und Schulen zählt ebenso zum Berufsbild wie Vorträge und Workshops in Bildungs- oder Gesundheitseinrichtungen.

Was ist der Unterschied zwischen einem Ernährungsberater und Ernährungstherapeut?

Bei beiden Berufsgruppen gibt es Unterschiede in der Aufgabenverteilung:

Ernährungstherapeut

Der Ernährungstherapeut behandelt Menschen, welche eine Ernährungsumstellung aufgrund von Krankheit anstreben müssen. Die Therapie zielt darauf ab, den

Gesundheitszustand zu verbessern und mögliche Folgeerkrankungen zu vermeiden.
Der Arzt verordnet die Ernährungstherapie und stellt ein Rezept aus. Die Kosten können von der Krankenkasse übernommen werden.

Damit geht die Tätigkeit des Ernährungstherapeuten über die Arbeit des Ernährungsberaters hinaus.

Während der Ernährungsberater vorwiegend über die Nahrungsmittel und deren Zusammensetzung informiert sein muss, verlangt die Ernährungstherapie nach einem fundierten Wissen in Bezug auf den menschlichen Körper und durch Ernährungsfehler bedingte Erkrankungen.

Weder der Ernährungsberater noch der Ernährungstherapeut zählen in Deutschland zu den geschützten Berufen. Theoretisch könnte also jedermann diese Berufsbezeichnungen verwenden.

Um qualifizierte Beratungen gewährleisten zu können und eine gewisse Transparenz im Umgang mit diesem Berufsbild zu schaffen, vergeben die Deutsche Gesellschaft für Ernährung und der Berufsverband der Oecotrophologie folgende Zertifikate:

  • Ernährungsberater DGE
  • Ernährungsberater VDOE

Diese Abschlüsse stehen einer Vielzahl an Zertifikaten von Instituten und privaten Anbietern gegenüber. Auf die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten gehen wir im Folgenden noch näher ein.

Ernährungsberater

Die Beratung wird von gesunden Menschen und Personen, welche ihre Ernährung im Zuge bestimmter Lebensphasen anpassen oder umstellen müssen aufgesucht.

Hierunter fallen Schwangere oder leicht übergewichtige Personen. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten von bis zu drei Sitzungen, welche der Prävention dienen.

Braucht ein Ernährungsberater eine Lizenz oder Ausbildung?

Da es sich um keine geschützte Berufsbezeichnung handelt, können zur Ausbildung keine allgemeinen Angaben gemacht werden. Es ergibt sich dagegen für den Laien ein recht verworrenes Bild.

Ernährungsberater wird also nicht an einer Berufsschule gelehrt. Ebenso sind Gesundheitsberater, Ernährungscoach oder Ernährungstherapeut keine klassischen Ausbildungsberufe. Die Bezeichnungen können von jedermann verwendet oder vergeben werden.

Wer sich näher mit der Thematik beschäftigt, wird feststellen, dass zahlreiche Aus- und Fortbildungen zum Ernährungsberater angeboten werden.

Da kein gesetzlicher Berufsschutz vorhanden ist, müssen in Form und Inhalt der Ausbildung teils gravierende Abstriche gemacht werden. Auch die Dauer und die Kosten der Kurse unterliegen einer enormen Spanne.

So ist es tatsächlich möglich, innerhalb weniger Tage ein Zertifikat als Ernährungsberater zu erhalten. Besonders groß ist die Spanne bei Fernkursen. Diese können zwischen wenigen Wochen und 1,5 Jahren variieren.

Wer als Ernährungsberater arbeiten möchte, sollte ein fundiertes Grundwissen mitbringen. Dies kannst du dir im Rahmen einer Ausbildung zum Diätassistenten aneignen.

Diese dauert in der Regel drei Jahre und umfasst über 4.000 Stunden theoretischer Ausbildung. Selbst bei einem 15 monatigen Fernkurs käme der Teilnehmer nur auf maximal 500 Stunden Lernpensum. Entsprechend groß dürften die Wissenslücken ausfallen.

Eine solide Basis für die Ausbildung zum Ernährungsberater stellen auch Studienabschlüsse in Ernährungswissenschaften und Ökotrophologie dar.

Das Fernstudium

Ein Fernstudium zum Ernährungsberater kann eigentlich jeder in Angriff nehmen. Vorwiegend richten sich die Kurse an Menschen, die bereits Erfahrungen in den Bereichen Gesundheit, Sport und Wellness gesammelt haben.

Da die Zugangsvoraussetzungen ziemlich locker betrachtet werden, sind Ablehnungen von Kursteilnehmern die absolute Ausnahme. Meist ist ein Realschulabschluss die einzige Zugangsvoraussetzung.

Beim Fernstudium lernt der Teilnehmer daheim, anhand von Studienheften, welche er per Post erhält. Der Trend geht zum papierlosen Online-Kurs. Das Studienmaterial kann in diesem Fall als pdf-Datei heruntergeladen werden.

Die meisten Kurse beinhalten sogenannte Präsenzseminare, welche die Anwesenheit am Sitz des Instituts erfordern.

Die Kurse schließen mit einer schriftlichen Prüfung ab. Bei bestandener Prüfung bekommt der Teilnehmer ein Zertifikat ausgehändigt.

Wer ein Fernstudium absolviert und besteht, darf sich zwar Ernährungsberater nennen, wird damit aber meist nicht den Anforderungen, welche in der Rahmenvereinbarung des Koordinierungskreises zur Qualitätssicherung in der Ernährungsberatung und Ernährungsausbildung festgeschrieben sind genügen.

Damit kann die Beratungstätigkeit nicht durch die gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst werden. Einige Beispiele hierfür:

Anbieter Abschluss Kursdauer
Deutsche Trainer Akademie Diabetes Trainer ein Tag
Medios Seminare Ernährungsberater und Food Coach vier Tage
OTL Online Trainer GmbH Ernährungsberater zwei bis fünf Wochen
Studiengemeinschaft Darmstadt Ernährungsberater 15 Monate

Der Präsenzlehrgang

Wer um einen anerkannten Abschluss in diesem Beruf bestrebt ist, sollte einen Präsenzlehrgang anstreben. Die Lehrgänge werden von Krankenkassen und Gesundheitseinrichtungen anerkannt.

Die Voraussetzung für den Lehrgang bei anerkannten Verbänden ist der Berufsabschluss eines Diätassistenten.

Private Anbieter besitzen lockere Zugangsvoraussetzungen und ermöglichen auch Drogisten oder Krankenschwestern die Fortbildung.

Die Ausbildungsinhalte können variieren, umfassen aber meist:

  • Lebensmittelkunde
  • Diätetik
  • Ernährungssoziologie
  • Ernährungsbedingte Krankheiten
  • Alternative Ernährungsformen
  • Methodik und Didaktik
  • Rechtliche Grundlagen

Nach abgeschlossener Prüfung werden Zeugnis und Zertifikat verliehen. Die meisten Abschlüsse werden von den Krankenkassen anerkannt.

Folgende Abschlüsse gelten als besonders angesehen:

  • Verband für Ernährung und Diätetik e.V.
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.
  • Verband der Oecotrophologen e.V.
  • Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e.V.

Ausbildung bei der IHK

Bei der Ausbildung zum Ernährungsberater kann keine herkömmliche IHK-Ausbildung absolviert werden. Um ein IHK Zertifikat zu erhalten, müssen sich Interessierte für einen Studienanbieter entscheiden, welcher IHK-zertifiziert ist.

Es handelt sich um Kurse, welche meist lediglich ein halbes Jahr dauern und damit kaum das komplexe und vielschichtige Fachwissen vermitteln können. Dabei findet der Unterricht lediglich am Wochenende und damit berufsbegleitend statt.

Bei einer Ausbildung bei der IHK finden die Seminare meist am Wochenende statt, sodass du Beruf und Studium unter einen Hut bringen kannst. (Bildquelle: 123rf.com / 117433475)

Dem gegenüber stehen hohe Ausbildungskosten von etwa 4.000 Euro. Die Ausbildung richtet sich an Teilnehmer aus Gesundheitsberufen, welche bereits einiges an Fachkompetenz mitbringen.

Die besten Tipps für Berufsanfänger und Quereinsteiger:

  • Ausbildung zum Diätassistenten
  • Bachelor-Studiengänge
  • Duales Studium Bachelor of Science Diätetik
  • Bachelor-Studium Diätologie in Österreich
  • Bachelor-Studium Ernährung und Diätetik in der Schweiz
  • Bachelor-Studium Dietitian in Großbritannien

Hintergründe: Was du über Ernährungsberater wissen solltest

Laut einer Analyse der Sporthochschule Köln kann nur jeder Zehnte in Deutschland von sich behaupten, wirklich gesund zu leben. Der größte Schwachpunkt ist die Ernährung.

Es wird zu fettig, zu einseitig und zu ungesund gegessen. Viele lassen das Frühstück ausfallen und schlagen sich am Abend vor dem Fernseher den Bauch mit Süßigkeiten voll.

Gewichtszunahme und verschiedene Zivilisationskrankheiten sorgen bei den Ärzten für volle Wartezimmer.

Ernährungsberater kommen spätestens dann ins Spiel, wenn zu einer gesünderen Ernährungsweise geraten wird und wir selbst bereits die Auswirkung der Vernachlässigung gespürt haben.

Damit obliegt dem Ernährungscoach eine große Verantwortung für unsere Gesundheit Nun erfährst du, wo man als Ernährungsberater eine Anstellung findet und welche Verdienstmöglichkeiten realistisch sind.

Wo kann ich als Ernährungsberater arbeiten?

Die Möglichkeiten sind vielseitig. Viele Ernährungsberater möchten auf eigenen Füßen stehen und wählen die Selbstständigkeit. Sie arbeiten dann wahlweise in einer eigenen Praxis oder schließen sich mit Berufskollegen zu einer Praxisgemeinschaft zusammen.

Wurde die Ausbildung bei einem staatlich anerkannten Verband absolviert, winken anspruchsvolle Tätigkeiten an verschiedenen Arbeitsorten:

  • Diabetes-Kliniken
  • Rehabilitationseinrichtungen
  • Wellnesszentren
  • Sportstudios
  • Verbraucherberatung
  • Bildungseinrichtungen

Auch die Online-Betreuung von Kunden ist möglich. Verschiedene Internet-Portale bieten Beratungsdienste an und suchen nach Ernährungsberatern, welche dann meist als freie Mitarbeiter tätig sind und von Zuhause aus auf Honorarbasis arbeiten. Verschiedene Spezialisierungen sind möglich:

Diabetesberater

Wer an Diabetes erkrankt, wird nicht nur Medikamente erhalten, sondern ist auch angehalten, seine Ernährung umzustellen.

Der Diabetesberater begleitet ihn auf diesem Weg und überwacht, in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt, die langfristige Umsetzung einer zuckerarmen Ernährung.

Berater für Ernährung in der Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft bedeutet eine besondere Herausforderung für den Körper. Für die Gesunderhaltung von Mutter und Kind ist eine bewusste Ernährung eine Grundvoraussetzung.

Besonders in der Schwangerschaft ist eine gesunde Ernährung das A und O. (Bildquelle: 123rf.com / 64678410)

Ernährungsberater, welche sich diesbezüglich spezialisiert haben, geben Tipps und Ratschläge und informieren über Lebensmittel, welche während der Schwangerschaft bevorzugt auf den Tisch kommen sollten oder man besser nicht zu sich nehmen sollte.

Ernährungsberater für Senioren

Auch im Alter stellt der Körper besondere Ansprüche an die Ernährung. Senioren bewegen sich meist weniger und brauchen entsprechend geringere Energiemengen.

In Folge einer unangepassten Ernährung kann es zu Gewichtszunahme kommen. Damit steigt das Risiko für Herz- Kreislaufbeschwerden oder Diabetes.

Ernährungsberater informieren ihre Klienten über eine bedarfsgerechte Ernährung im Alter, stellen entsprechende Ernährungspläne auf und geben in Seminaren und Workshops Hilfestellung bei der Beschaffung und Zubereitung der Speisen.

Wie viel verdienen Ernährungsberater?

Das Einkommen eines Ernährungsberaters variiert sehr stark. Dies ist auf die unterschiedlichen Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten und die damit verbundenen Stellenangebote zurückzuführen.

Als Freiberufler kannst du dein Einkommen selbst bestimmen. Anerkannte Abschlüsse ermöglichen die Abrechnung der Leistungen mit den Krankenkassen.

Im Folgenden schauen wir uns an, welche durchschnittlichen Verdienstaussichten in den einzelnen Bundesländern bestehen.

Was verdienen Ernährungsberater je nach Bundesland?

In den einzelnen Bundesländern werden Ernährungsberater unterschiedlich entlohnt.

Während ein Ernährungscoach in Niedersachsen oder Bayern überdurchschnittlich entlohnt wird, liegen die Gehälter für Ernährungsberatern in Sachsen-Anhalt, Hamburg oder Berlin deutlich unter dem deutschlandweiten Durchschnittswert von 2.100 Euro.

Folgende Tabelle nennt die Beträge im einzelnen:

Bundesland monatlicher durchschnittlicher Bruttoverdienst in Euro durchschnittliches Bruttojahresgehalt in Euro
Baden-Württemberg 1.750 21.000
Bayern 2.700 32.400
Berlin 1.500 18.000
Brandenburg 1.400 16.800
Bremen 1.750 21.000
Hamburg 1.500 18.000
Hessen 1.800 21.600
Mecklenburg-Vorpommern 1.500 18.000
Niedersachsen 3.600 43.200
Nordrhein-Westfalen 2.100 25.200
Rheinland-Pfalz 2.000 24.000
Saarland 2.000 24.000
Sachsen 1.950 23.400
Sachsen-Anhalt 1.550 18.600
Schleswig-Holstein 1.800 21.600
Thüringen 1.600 19.200

In der nun folgenden Übersicht haben wir das Gehalt eines Ernährungsberaters einigen artverwandten Berufen gegenübergestellt.

Berufsbezeichnung monatlicher durchschnittlicher Bruttoverdienst in Euro
Ernährungsberater 2.100
Diätassistent 1.800
Gesundheitsberater 2.600
Diabetesberater 2.200
Ernährungswissenschaftler 2.700
Gesundheitsmanager 3.000

Wird der Ernährungsberater nach Tarif entlohnt, ergeben sich ebenfalls Differenzen. Die Einstufung in die Entgeltgruppen hängt von der Dauer der Beschäftigung, der Qualifizierung oder der Berufserfahrung ab.

Dabei können sich Spannen im Bruttogehalt von mehreren hundert Euro ergeben.

In Österreich liegt das Durchschnittsgehalt eines Ernährungsberaters bei 2.395 Euro. Maximal lassen sich in der Alpenrepublik 3.284 Euro verdienen. Das niedrigste Gehalt liegt bei 1.865 Euro.

Ernährungsberater in der Schweiz erhalten ein durchschnittliches Bruttogehalt von 5.330 CHF. Das Jahresgehalt liegt damit bei 63.960 CHF.

Welcher Stundenlohn als freiberuflicher Ernährungsberater?

Im Einkommensteuergesetz wird das Tätigkeitsfeld eines Ernährungsberaters als eine erzieherische und unterrichtende Tätigkeit eingestuft. Damit zählt der Ernährungscoach zu den freien Berufen.

Da der Ernährungsberater nicht unter die Heilmittelverordnung fällt, existiert keine entsprechende Gebührenordnung. Es können keine konkreten Empfehlungen gegeben werden.

Allgemein gesagt hat es sich in der Branche eingebürgert, 45 bis 60 Euro Honorar pro Stunde zu verlangen. Da es sich lediglich um einen Orientierungswert handelt, welche sich auch Ernährungsberater finden, die diesen Stundensatz deutlich überbieten.

Es ist auch üblich, dass Ernährungsberater ihre Tätigkeiten aufschlüsseln und eine Art Preisliste erstellen, welche dem möglichen Kunden auf Anfrage mitgeteilt werden kann.

Dabei sind folgende Beträge üblich:

  • Beratung ohne ausführliche Anamnese: 45 Euro/Stunde
  • Ausführliche Anamnese: +15 Euro
  • Erstellen von Ernährungsplänen: +15 Euro
  • Einkaufstraining: +45 Euro
  • Kochkurse: 70 Euro zzgl. Kosten für Lebensmittel
  • Beratung an Folgeterminen: 45 bis 60 Euro/Stunde

Was verdient ein Ernährungsberater in der Ausbildung?

Der Ernährungsberater durchläuft keine Ausbildung im eigentlichen Sinne. Die Teilnahme an Weiterbildungen ist nicht mit Vergütungen verbunden.

Stattdessen fallen Lehrgangsgebühren in unterschiedlicher Höhe an. Abschließend wird eine Prüfungsgebühr fällig.

Im Zusammenhang mit der Weiterbildung können weitere Gebühren anfallen, so zum Beispiel für benötigte Arbeitsmaterialien oder Fahrten und Übernachtungen am Seminarort.

Fernstudien zum Ernährungsberater kosten zwischen 600 und 2.000 Euro. Die Förderung mit einem Bildungsgutschein ist möglich. Wende dich daher an die zuständige Agentur für Arbeit.

Wer zunächst eine Ausbildung zum Diätassistenten durchläuft und eine Diätschule mit direkter Anbindung an eine öffentliche Klinik besucht, erhält seit Januar 2019 ein Ausbildungsgehalt nach Tarif.

Die Vergütung sieht wie folgt aus:

  • 1. Ausbildungsjahr: 990 Euro brutto
  • 2. Ausbildungsjahr: 1.045 Euro brutto
  • 3. Ausbildungsjahr: 1.120 Euro brutto

Das Gehalt ist an den Tarifvertrag für Auszubildende im öffentlichen Dienst (TVAöD) gebunden. Damit haben sich die Ausbildungsbedingungen deutlich verbessert. Vorab bekamen die Auszubildenden meist keine Vergütung.

Ressourcen: Die besten Einstiegsmöglichkeiten für Ernährungsberater

Den besten Einstieg in diesen Beruf liefert ein allgemeines Interesse an Lebensmitteln und Ernährung.

Wer sich intensiver damit beschäftigen möchte, kann Kochkurse besuchen, bei einem Ernährungsberater vorsprechen oder sich entsprechende Literatur besorgen.

Welche bekannten Bücher gibt es für Ernährungsberater?

BASICS Ernährungsmedizin

In verständlicher Form wird hier fächerübergreifendes Wissen vermittelt. Die Autorin erläutert die Grundlagen und nennt klinische Fallbeispiele. Jedes Thema wird übersichtlich auf einer Doppelseite vorgestellt.

Ernährung in Prävention und Therapie: Ein Lehrbuch

Das Standardwerk befasst sich mit physiologischen Grundlagen, nennt ernährungsbedingte Krankheiten und zeigt alternative Ernährungsformen auf. Ebenso werden konkrete Therapieempfehlungen gegeben.

Diätetik und Ernährungsberatung: Das Praxisbuch

Gut strukturiert und nach aktuellen Gesichtspunkten aufbereitet, werden in diesem Lehrbuch die Grundlagen einer erfolgreichen Ernährungsberatung definiert.

Es handelt sich um praxisnahe Literatur, welche von den Autoren entwickelte Diät-Tagespläne enthält.

Fazit

Ernährung ist ein brisantes Thema. Ernährungsberater werden gebraucht und sie erwartet ein vielfältiges Betätigungsfeld. Wer Menschen dabei unterstützen möchte, gesünder zu leben, sollte zunächst eine fundierte Ausbildung durchlaufen.

Der Ernährungsberater ist kein geschützter Beruf. Es werden auch Fernstudien von wenigen Tagen angeboten, welche theoretisch zur Ausübung des Berufes berechtigen.

Wer sich weiterqualifizieren und gut verdienen möchte, sollte eine von Fachverbänden anerkannte Ausbildung vorweisen können. Gute Einstiegsmöglichkeiten liefern die Ausbildung zum Diätassistenten oder ein Bachelor-Studium im Gesundheitsbereich.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://www.berufe.eu/ernaehrungsberater/

[2] https://www.azubiyo.de/berufe/ernaehrungsberater/

[3] https://www.berufslexikon.at/berufe/3088-ErnaehrungsberaterIn/

[4] https://www.academyofsports.de/de/magazin/wie-hoch-ist-das-branchenuebliche-ernaehrungsberater-gehalt/

[5] https://www.selbststaendig.de/geschaeftsideen/ernaehrungsberater

Bildquelle: 123rf.com / 114977524

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Maria hat Ernährungspsychologie studiert und hilft mit ihren Artikeln Menschen dabei, ihre Ernährung umzustellen und dadurch zu mehr Energie und einem besseren Wohlbefinden zu gelangen.