Zuletzt aktualisiert: 11. Mai 2021

Buttermilch entsteht als ein Nebenprodukt bei der Herstellung von Butter.(5) Dabei geht das meiste Fett in die Butter über. Buttermilch hat also einen geringen Fettgehalt. Außerdem sind viele wichtige Nährstoffe und hochwertige Eiweiße enthalten.

“Einfach Abnehmen mit Buttermilch.” In der Buttermilch-Diät wird eine Mahlzeit durch ein Glas Buttermilch ersetzt. (6)Hier kann es hier jedoch schnell zu einem Nährstoffmangel kommen. Stimmt es also trotzdem, dass Buttermilch gesund ist? Darüber wollen wir dir im Folgenden Klarheit verschaffen.




Das Wichtigste in Kürze

  • Buttermilch enthält alle möglichen Nährstoffe. Sie ist fettarm, enthält jedoch hochwertiges tierisches Eiweiß. Außerdem sind viel Zink, Calcium, Magnesium und Vitamin B2 und B12 enthalten.
  • Die enthaltenen Milchsäurebakterien, die ursprünglich für die Butterproduktion genutzt wurden, haben positive Auswirkungen auf die Verdauung. Sie wirken sich auf die Darmgesundheit positiv aus.(2)
  • In Buttermilch ist weniger Laktose enthalten als in normaler Kuhmilch. Die Laktose wird bei der Fermentation umgewandelt. So ist es für Menschen mit Laktoseintoleranz eventuell eine gute Alternative.

Buttermilch: Was du wissen solltest

Die wichtigsten Fragen zur gesundheitlichen Wirkung von Buttermilch haben wir hier noch einmal für dich aufgeführt. So musst du dich nicht mehr länger fragen, was an dem Gerücht dran ist, dass Buttermilch so gesund sein soll.

Was ist an Buttermilch so gesund?

Ein Glas Buttermilch liefert dem Körper viele wichtige Nährstoffe. Buttermilch enthält eine große Menge an wertvollem, tierischen Eiweiß. Dieses ist wichtig um den Körper mit Aminosäuren zu versorgen, die für den Aufbau von zum Beispiel Muskeln, Knochen, Organen wichtig sind.(3)
 Nährwerte in 100 ml 
kcal 50 kcal
Proteine 3,75 g
Fett 1,46 g
Kohlenhydrate 5,43
Calcium 146 mg

Außerdem sind Zink, Calcium und Vitamin B2 und B12 enthalten.(1) Diese sind unter anderem verantwortlich für den Knochenaufbau, die Blutbildung, die Stärkung des Immunsystems wichtig.

Zink ist ein Spurenelement, welches nicht vom Körper selbst hergestellt werden kann. Es muss über die Nahrung aufgenommen werden, um den Körper zu versorgen. Viele Enzyme und Proteine im Körper bestehen aus Zink. Sie sind zum Beispiel für das Zellwachstum, die Wundheilung und die Stärkung des Immunsystems relevant. Die täglich empfohlenen Mengen an Zink liegen für einen Erwachsenen bei 7-16 mg. Andere Lebensmittel, die viel Zink liefern sind zum Beispiel Käse, Milch oder Nüsse. (7)

Calcium ist ein sehr wichtiger Mineralstoff im menschlichen Körper. Es ist in Zähnen und Knochen enthalten und sorgt dort für die nötige Stabilität. Für Stabilität sorgt es auch in den Zellwänden. Dort sorgt es auch für die Reizweiterleitung und Signalübertragung.

Außerdem spielt es bei der Blutgerinnung eine wichtige Rolle. Die empfohlene Menge Calcium pro Tag liegt für Erwachsene bei 1000 mg. Für Kinder und Jugendliche liegt der Wert etwas höher. Lebensmittel mit einem hohen Calciumgehalt sind zum Beispiel Milchprodukte, Brokkoli, Rucola, Nüsse oder Mineralwasser.(7)

Vitamin B12 ist ausschließlich in tierischen Produkten enthalten.

Vitamin B12 gehört zu den B-Vitaminen und wird auch Cobalamin genannt. Es ist für die Blutbildung und die Zellteilung wichtig. Ein Mangel an Vitamin B12 kann lange unentdeckt bleiben, da dieser Symptomfrei verlaufen kann. Die tägliche Zufuhrempfehlung liegt bei 4 µg für Erwachsene.

Vitamin B12 wird von speziellen Mikroorganismen hergestellt. Diese werden dann von Kühen und Hühnern aufgenommen und so gelangen sie in unsere Lebensmittel. Cobalamin kommt ausschließlich in Milch, Milcherzeugnissen, Eiern und Fleisch vor. (7)

Vitamin B2 ist auch unter dem Namen Riboflavin bekannt. Es gehört zur Gruppe der B-Vitamine und ist ein wasserlösliches Vitamin. Riboflavin ist verantwortlich dafür, dass die Zellen funktionieren, wachsen und sich weiterentwickeln. Außerdem ist es an verschiedenen Stoffwechselreaktionen im Körper beteiligt. Die Referenzwerte für die Zufuhr liegen betragen 1,0 und 1,4 mg pro Tag. Vitamin B2 kommt natürlicherweise in Leber, Vollkornprodukten und Milch vor. (7)

Kann ich mit Buttermilch gesund abnehmen?

Buttermilch hat einen geringen Fettgehalt und  einen hohen Eiweißgehalt.(1) Jedoch ist es nicht die Wunderwaffe gegen Übergewicht. Wer Kalorien einsparen möchte, kann Buttermilch statt normaler Kuhmilch verwenden. Ein Vorteil ist hier zum einen der geringe Fettgehalt und zum anderen die sättigende Wirkung.

Wer abnehmen möchte, muss darauf achten, dass die tägliche Kalorienzufuhr niedriger ist, als die der verbrauchen Kalorien durch zum Beispiel Sport. (Bildquelle: i yunmai / Unsplash)

Beim Backen kann Buttermilch, statt der normalen Kuhmilch verwendet werden. So wird der Fettgehalt der Kuchen, Waffeln oder Pfannkuchen verringert und keiner muss auf leckeres Gebäck verzichten.

Eine Buttermilch-Diät, in der ausschließlich Buttermilch getrunken wird, ist nicht empfehlenswert. Es würde ziemlich schnell zu einem Nährstoffmangel kommen. Dieser hat negative Folgen auf die Gesundheit. Außerdem kommt es nach der Beendigung der Diät schnell zu dem bekannten Jo-Jo-Effekt. Dabei nimmt man oft das doppelte von dem zu, was man vorher abgenommen hat.

Ist Buttermilch gesund für den Darm?

Die in der Butterherstellung verwendeten Milchsäurebakterien, sind auch in der Buttermilch zu finden. Diese wirken sich langfristig positiv auf die Darmgesundheit aus. Der Darm benötigt viele Bakterien, um die Darmwände mit Nährstoffen zu versorgen und das Immunsystem zu stärken.(2) Milchsäurebakterien sind auch in Lebensmitteln wie Joghurt, Apfelessig oder Käse zu finden.

Der Darm lebt in Symbiose mit vielen Bakterien.

Die Darmgesundheit wirkt sich auf viele Prozesse im Körper aus. Sowohl physisch als auch psychisch. Darum ist es besonders wichtig, auf seine Darmgesundheit zu achten. Lebensmittel wie Zucker, Fleisch oder Weißmehl können den Darm reizen.

Welche Buttermilch ist gesund?

Im Supermarkt gibt es Buttermilch und reine Buttermilch zu kaufen. Die reine Buttermilch ist die gesündere Variante, da diese nicht technologisch verändert werden darf. So bleibt es ein Naturprodukt. Bei der Buttermilch darf der Hersteller Wasser und Magermilch hinzugeben. (4)

Buttermilch hat einen erfrischenden und leicht säuerlichen Geschmack. Dieser entsteht durch das Hinzugeben von Milchsäurebakterien. (Bildquelle: Joice Kelly / Unsplash)

Auch auf gesüßte Buttermilch sollte verzichtet werden, um verstecke Zucker zu vermeiden. Oft sind das diese mit einem Aroma wie Himbeere oder Zitrone. Hier handelt es sich nicht mehr um reine Buttermilch. Das heißt, weitere Zutaten wurden hinzugegeben.

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Fazit

Reine Buttermilch ist ein Naturprodukt, welches als Nebenprodukt bei der Butterherstellung entsteht. Es dürfen keine weiteren Zutaten oder Zusatzstoffe hinzugegeben werden. Durch den hohen Proteingehalt ist Buttermilch auch für Sportler geeignet. Diese achten oft auf ihren Eiweißbedarf, da so der Muskelaufbau positiv beeinflusst wird. Die enthaltenen Milchsäurebakterien haben eine positive Wirkung auf die Darmflora und die Darmgesundheit.(2)

Es sind viele wichtige Nährstoffe wie Calcium, Magnesium und Zink in Buttermilch enthalten. Außerdem noch wichtige Vitamine wie zum Beispiel B2 und B12. Abschließend ist festzustellen, dass Buttermilch als gesundes Lebensmittel eingeordnet werden kann.

Bildquelle: Oksana Bratanova / 123rf

Einzelnachweise (7)

1. U.S. Department of Agriculture, Agricultural Research Service. FoodData Central, 2019. fdc.nal.usda.gov.
Quelle

2. Ashaolu TJ, Reale A. A Holistic Review on Euro-Asian Lactic Acid Bacteria Fermented Cereals and Vegetables. Microorganisms. 2020;8(8):1176. Published 2020 Aug 3. doi:10.3390/microorganisms8081176
Quelle

3. Bröer, Stefan, and Angelika Bröer. “Amino acid homeostasis and signalling in mammalian cells and organisms.” The Biochemical journal vol. 474,12 1935-1963. 25 May. 2017, doi:10.1042/BCJ20160822
Quelle

4. Bundeszentrum für Ernährung/ Ruth Rösch, Düsseldorf/ 04.02.2020
Quelle

5. Burr A. (1931) Die Nebenprodukte des Molkereibetriebes und ihre Verwertungen. In: Burr A. et al. (eds) Butter · Käse Milchpräparate und Nebenprodukte. Springer, Vienna. https://doi.org/10.1007/978-3-7091-9802-5_4
Quelle

6. eatsmarter.de/27. Dez. 2018
Quelle

7. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE)/ 2018
Quelle

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Nährwerttabelle
U.S. Department of Agriculture, Agricultural Research Service. FoodData Central, 2019. fdc.nal.usda.gov.
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Milchsäurebakterien
Ashaolu TJ, Reale A. A Holistic Review on Euro-Asian Lactic Acid Bacteria Fermented Cereals and Vegetables. Microorganisms. 2020;8(8):1176. Published 2020 Aug 3. doi:10.3390/microorganisms8081176
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Aminosäuren
Bröer, Stefan, and Angelika Bröer. “Amino acid homeostasis and signalling in mammalian cells and organisms.” The Biochemical journal vol. 474,12 1935-1963. 25 May. 2017, doi:10.1042/BCJ20160822
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reine Buttermilch vs. Buttermilch
Bundeszentrum für Ernährung/ Ruth Rösch, Düsseldorf/ 04.02.2020
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Nebenprodukte Molkerei
Burr A. (1931) Die Nebenprodukte des Molkereibetriebes und ihre Verwertungen. In: Burr A. et al. (eds) Butter · Käse Milchpräparate und Nebenprodukte. Springer, Vienna. https://doi.org/10.1007/978-3-7091-9802-5_4
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Buttermilch-Diät
eatsmarter.de/27. Dez. 2018
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Deutsche Gesellschaft für Ernährung
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE)/ 2018
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