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Zuletzt aktualisiert: 1. Juli 2021

Bucheckern sind 1,5 Zentimeter große Früchte, die der Rotbuche entstammen. Man kann sie zwar nicht roh essen, aber sie lassen sich auf verschiedene Arten zubereiten und können, in Kombination mit anderen Zutaten, in der Küche zu mehreren Gerichten verarbeitet werden.

Da die Ernte- und Fallzeit im Herbst liegt, kann man den nächsten Oktoberspaziergang ideal dafür nutzen Bucheckern zu sammeln um Sie im Nachhinein alleine, oder mit dem Rest der Familie, zu essbaren Gerichten zu verarbeiten. Ob und wie das möglich ist, wirst du in diesem Artikel erfahren.




Das Wichtigste in Kürze

  • Bucheckern lassen sich in der Küche vielfältig einsetzen. Sobald die Bucheckern zu Mehl geschrotet wurden, können sie zu Brot, Keksen oder Kuchen verbacken werden. Auch ganze Bucheckern lassen sich gut verwenden. Frisch geröstet über den Salat gestreut, ergeben sie den perfekten Herbstsalat.
  • Verarbeitete Bucheckern sind ohne Bedenken in jeder menge verzehrbar, doch bei rohen Bucheckern ist das nicht der Fall. Denn bei übermäßigem Genuss kann es zu Kopf- und Bauchschmerzen sowie Atemnot, Erbrechen und mehr führen.
  • Trotz ihrer giftigen Elemente können Bucheckern auch sehr positive Auswirkungen auf den menschlichen Organismus haben. Beispielsweise können sie bei einer Erkältung eingesetzt werden, denn sie wirken antibakteriell, schleimlösend und husten stillend.

Bucheckern essen: Was du wissen solltest

In diesem Teil des Artikels werden die wichtigsten Fragen über den Verzehr und die Verarbeitung behandelt.

Sind Bucheckern giftig?

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass man Bucheckern bedenkenlos essen kann. Dennoch muss man hierbei unterscheiden in welchen Verarbeitungszustand Sie sich befinden. Denn während man verarbeitete Bucheckern ohne Bedenken in jeder Menge verzehren kann, ist das bei rohen Bucheckern nicht der Fall.

Die Buchecker an sich ist aufgrund Ihres Fettgehalts von 40 % und den enthaltenen Mineralstoffen (z. B. Zink und Eisen), ein energiereiches Nahrungsmittel für den Mensch. (4, 5)

Verarbeitete Bucheckern kann man bedenkenlos zu sich nehmen, bei rohen ist das was anderes!

Dennoch enthält sie Giftstoffe wie zum Beispiel das Alkaloid Fagin und Oxalsäure. Diese führen bei übermäßigem Genuss unter anderem zu Krämpfen, Erbrechen und Kreislaufkollaps. (8)

Durch das Verarbeiten der Früchte, wie zum Beispiel das Rösten, lassen sich die Giftstoffe jedoch binden oder neutralisieren, somit werden sie verträglicher für den Körper. (7) Sobald die Buchecker also fachgerecht verarbeitet wurde, kann also jeder, der nicht grade allergisch ist, die Gerichte bedenkenlos essen.

Die Oxalsäure lässt sich durch das Benutzen von Milchprodukten leicht binden und das Fagin wird durch Hitze neutralisiert und somit für den Menschen unschädlich gemacht. (3)

Wie viele Bucheckern sind giftig?

Da es keine, wissenschaftlich belegte, konkrete Anzahl an rohen Nüssen gibt die Verzehrt werden kann, sollte man vorsichtig damit umgehen, wenn man beabsichtigt die kleine Frucht roh zu essen.

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Eine genaue Anzahl zu nennen ist in diesem Fall nicht möglich, denn es kommt auf viele verschiedene Faktoren an. (Bildquelle: Mathias P.R. Reding / Unsplash)

Erwachsene können meist ohne Bedenken eine Handvoll Bucheckern verzehren, Kinder und Schwangere sollten jedoch vorsichtiger sein und auf den Verzehr verzichten.

Ist in Bucheckern Blausäure enthalten?

Neben Fagin und Oxalsäure enthalten rohe Bucheckern zusätzlich eine geringe Menge an Blausäure. Blausäure kommt grundsätzlich in fast allen pflanzlichen Nahrungsmitteln vor, jedoch in verschwindend geringen Konzentrationen. (6)

In der Buchecker ist die Konzentration von Blausäure allerdings deutlich höher als in den meisten anderen Pflanzen, welche die Buchecker dementsprechend giftig für den Menschen macht.

Wie bereits erwähnt, sollten Kinder, deren Körper nur sehr geringe Mengen an Blausäure, auch Cyanwasserstoff genannt, verkraftet, dementsprechend gänzlich auf rohe Bucheckern verzichten. Blausäure als Stoff an sich ist extrem giftig und kann bei 1-2 mg pro Kilogramm tödlich wirken.

Da nicht genau abzuschätzen ist wie viel Blausäure in den einzelnen, rohen Bucheckern vorhanden ist, sollte man auch als ausgewachsener Mensch rohe Bucheckern nur in geringen Mengen verzehren.

Wie nahrhaft sind Bucheckern?

Bucheckern enthalten viele verschiedene Nährwerte und Inhaltsstoffe. Wir haben hier eine Übersicht auf 100 g für dich erstellt:

Inhaltsstoffe Menge
Broteinheiten 2,5 BE
Kilokalorien 595 kcal
Kilojule 2492 kj
Eiweiß 6,20 g
Fett 50,00 g
Kohlehydrate 29,80 g
Alkohol 00,0 g
Wasser 6,60 g
Ballaststoffe 3,70 g
Cholesterin 00,0 mg
Mineralstoffe 3,70 g

Die Wirkungen der Inhaltsstoffe können auch sehr positive Auswirkungen auf den menschlichen Organismus haben. Zuvor sollten die Nüsse in jeden Fall zuerst gewässert werden, um die Blausäure zu entfernen. Nachdem die kleinen Früchte dann getrocknet sind lassen sie sich mahlen und zu Mehl verarbeiten. Dieses kann dann verbacken und verzehrt werden.

Eine weitere Möglichkeit zur Verarbeitung ist die Erstellung eines Öls. Dies ist aufgrund des hohen Fettgehaltes der Buchecker gut möglich. Zusätzlich kann der Verzehr von Bucheckern aufgrund ihrer Inhaltsstoffe erkältungsvorbeugend wirken.

Zink und Eisen, die beide hoch konzentriert in der Buchecker zu finden sind beide wichtig für die Immunabwehr des Körpers. (1) Eisenmangel, welcher häufig zu Kreislaufproblemen führt, ist zudem grade bei Frauen ein Problem. Dieser kann durch den Verzehr von Bucheckern angegangen werden. (2)

Wie schäle ich eine Buchecker?

Bevor man eine Buchecker verzehrt muss man sie erst schälen, da nur der Kern der Frucht verzehrbar ist. Dies gestaltet sich dabei oftmals schwerer als gedacht aber mit ein paar einfachen Tricks, kann dies problemlos ablaufen.

  • Da nicht alle Eckern voll gefüllt sind, sollte man die leeren erst einmal aussortieren. Dies geht am leichtesten in dem man eine Schüssel mit Wasser füllt, alle Früchte in die Schüssel gibt und die oben schwimmenden abschöpft, da dies die leeren sind. Wenn die Bucheckern gut nass sind, lassen sie zudem sich leichter schälen als Trockene.
  • Die vollen Bucheckern sollten dann mit einem Sieb abgegossen werden.
  • Nun sollte man mit einem Messer die Spitze der Bucheckern abschneiden und eine der drei Seiten abziehen.
  • Die Frucht fällt nun aus Ihrer Hülle heraus und man muss sie nur noch von ihrem feinen Flaum befreien, um sie zu verzehren.

Welche Zubereitungsmöglichkeiten gibt es?

Bucheckern werden vor allem zu Mehl gerieben und in diversen Backarten verarbeitet, dennoch gibt es auf homöopathischer Ebene mehrere Anwendungsgebiete für die Erzeugnisse der Rotbuche.

Diese werden vor allem aufgrund Ihrer hohen Anzahl an Vitaminen der B-Gruppe so wie Kalium, Zink und Eisen dafür verwendet, um das Immunsystem zu stärken. Die ungesättigten Fettsäuren, die in der Buchecker enthalten sind sollen zudem das Risiko für Alters- und Lebensstil geschuldeten Herzkrankheiten mildern.

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Ähnlich wie eine Kastanie muss die Buchecker erst von ihrer Schale entfernt werden. (Bildquelle: Paul Henri Degrande / Pixabay)

Neben den Bucheckern, den Fruchterzeugnissen der Rotbuche, lassen sich zudem auch die Buchen Blätter essen. Da diese im Gegensatz zu den kleinen Nüssen gar keine Giftstoffe enthalten, können sie ideal in einem Salat verarbeitet werden.

Bucheckern lassen sich vielseitig in der Ernährung einsetzten. Oft werden sie zu Mehl gerieben in diversen Backarten verarbeitet oder auch als Öl im Salat genutzt.

Wenn wir die Zubereitung der Bucheckern im nicht-medizinischen Bereich betrachten, so gibt es zwei Hauptmöglichkeiten diese zuzubereiten. Die erste Zubereitungsmöglichkeit ist Bucheckernöl. Hierfür wird eine Ölpresse verwendet. Das entstandene Öl eignet sich hierbei super als Lampenöl und Speiseöl.

Des Weiteren besteht die Möglichkeit darin Bucheckern zu mahlen und zu Mehl zu verarbeiten. Hierfür schält man sie, röstet sie leicht und mahlt die Bucheckern entweder mit einer Mühle oder einem handelsüblichen Mixer. Das Mehlerzeugnis kann nun weiterverwendet werden und unter anderem zu Brot oder anderen Teigwaren verbalen werden.

Grade in der kalten Jahreszeit, in der man Bucheckern auch vermehrt im Wald vorfindet, ist es sinnvoll das Immunsystem mithilfe der Inhaltsstoffe de Buchecker zu stärken und den Körper fit für den Winter und die sich hier schnell verbreitenden Krankheiten zu machen.

Welche Tiere fressen Bucheckern?

Es gibt einige Waldbewohner die gerne Bucheckern fressen und von Ihrem hohen Fettgehalt und ihren Nährstoffen profitieren. Eichhörnchen und Mäuse zum Beispiel sammeln in großen Mengen Bucheckern und legen diese als Wintervorrat für sich an, damit sie den Winter gut genährt überstehen.

Da Eichhörnchen ihren Wintervorrat oftmals verbuddeln und nicht selten vergessen entstehen so oft neue Rotbuchen Bäume, welche viele Jahre später mehr Bucheckern erzeugen. Dieser Kreislauf führt zu dem hohen Rotbuchenbestand in unseren Wäldern.

Aber nicht nur Eichhörnchen und Mäuse erfreuen sich an Bucheckern, sondern viele andere Tiere sind auf die kleinen Früchte als Nahrungsmittel angewiesen. Die fetthaltigen Kerne sind unter anderem bei Wildschweinen, Igeln und Rehen sehr beliebt.

Eine Rotbuche hat alle sieben Jahre ein sogenanntes “Mastjahr” in dem sie sehr viele Bucheckern produziert. Die Jahre danach gibt sie meist recht wenige Bucheckern ab, da diese Mastjahre sehr kräftezehrend für den Baum sind.

Fazit

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Buchecker ein lokal gewachsenes Erzeugnis unserer heimischen Wälder ist und dementsprechend wertgeschätzt werden sollte.

Das Sammeln der heruntergefallenen Bucheckern bereitet nicht nur der ganzen Familie Spaß, sondern kann auch als ideale Lernmöglichkeit über heimische Wälder, Nutzbäume und Pflanzen, sowie die Waldweiterentwicklung für Kinder der Familie genutzt werden.

Wenn es um das Essen der Bucheckern geht, ist folgendes zusammenfassend zu beachten: Rohe Bucheckern sollten nur von Erwachsenen, nicht aber von Kindern, Schwangeren und sonstigen Risikogruppen verzehrt werden. Sobald die kleine Frucht jedoch verarbeitet wurde lässt sie sich prima und sicher in Form von Mehl oder Öl zu anderen Gerichten weiterverarbeiten.

Diese zubereiteten Gerichte bieten prozentual mehr Nährstoffe als Gerichte, die ausschließlich mit herkömmlichem Mehl zubereitet wurden. Die Buchecker ist und bleibt also ein Teil der heimischen Küche, auch wenn sie heutzutage, aufgrund der voranschreitenden Urbanisierung nicht ganz so oft auf den Tisch kommt wie früher.

Titelbild: DerWeg / Pixabay

Einzelnachweise (8)

1. Fukada, T., Yamasaki, S., Nishida, K. et al. Zinc homeostasis and signaling in health and diseases. J Biol Inorg Chem 16, 1123–1134 (2011). https://doi.org/10.1007/s00775-011-0797-4
Quelle

2. Eisen und Infektionen G. Weiss Med. Universität, Klin. Abt. für Allgemeine Innere Medizin, Klinische Infektiologie und Immunologie, Innsbruck (Vorstand: A.o. Univ.-Prof. Dr. J. Patsch), 2005
Quelle

3. Nowack R: Pflanzliche Sekundärstoffe: Ethnobotanische Überlegungen zu ihrer Bedeutung für die menschliche Ernährung und die Medizin - Teil 2: Bedeutung der Sekundärstoffe bei der Domestikation der Nahrungspflanzen. Schweiz Z Ganzheitsmed 2016;28:223-230. doi: 10.1159/000447612
Quelle

4. RAAB, S. Lieber gesund essen als krank arbeiten Textintern: (Raab, n.d.) Literaturverzeichnis: Raab, S., n.d. Lieber gesund essen als krank arbeiten.
Quelle

5. Cite this chapter as: (2008) Bucheckernöl. In: Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle. Springer, Vienna. https://doi.org/10.1007/978-3-211-75607-2_17 DOI https://doi.org/10.1007/978-3-211-75607-2_17 Publisher Name Springer, Vienna
Quelle

6. Preyer, W.. "III. Die Ursache der Giftigkeit des Cyankalium und der Blausäure". Band 40, Berlin, Boston: De Gruyter, 2021, pp. 125-142. https://doi.org/10.1515/9783112392409-003
Quelle

7. Cooper MR, Johnson AW (1984) Poisonous plants in Britain and their effects on animals and man. Her Majesty's Stationary office, London
Quelle

8. Mathias D. (2018) Pflanzengifte in natürlichen Lebensmitteln. In: Fit und gesund von 1 bis Hundert. Springer, Berlin, Heidelberg. https://doi.org/10.1007/978-3-662-56307-6_31
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Warum kannst du mir vertrauen?

Wissenschaftliche Studie
Fukada, T., Yamasaki, S., Nishida, K. et al. Zinc homeostasis and signaling in health and diseases. J Biol Inorg Chem 16, 1123–1134 (2011). https://doi.org/10.1007/s00775-011-0797-4
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Eisen und Infektionen G. Weiss Med. Universität, Klin. Abt. für Allgemeine Innere Medizin, Klinische Infektiologie und Immunologie, Innsbruck (Vorstand: A.o. Univ.-Prof. Dr. J. Patsch), 2005
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Wissenschaftliche Studie
Nowack R: Pflanzliche Sekundärstoffe: Ethnobotanische Überlegungen zu ihrer Bedeutung für die menschliche Ernährung und die Medizin - Teil 2: Bedeutung der Sekundärstoffe bei der Domestikation der Nahrungspflanzen. Schweiz Z Ganzheitsmed 2016;28:223-230. doi: 10.1159/000447612
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RAAB, S. Lieber gesund essen als krank arbeiten Textintern: (Raab, n.d.) Literaturverzeichnis: Raab, S., n.d. Lieber gesund essen als krank arbeiten.
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Preyer, W.. "III. Die Ursache der Giftigkeit des Cyankalium und der Blausäure". Band 40, Berlin, Boston: De Gruyter, 2021, pp. 125-142. https://doi.org/10.1515/9783112392409-003
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Cooper MR, Johnson AW (1984) Poisonous plants in Britain and their effects on animals and man. Her Majesty's Stationary office, London
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Mathias D. (2018) Pflanzengifte in natürlichen Lebensmitteln. In: Fit und gesund von 1 bis Hundert. Springer, Berlin, Heidelberg. https://doi.org/10.1007/978-3-662-56307-6_31
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