Zuletzt aktualisiert: 11. Mai 2021

Krapfen, Berliner oder Pfannkuchen (1) – egal welchen Namen sie in deiner Region tragen, Kalorienbomben bleiben sie allemal – oder nicht? Schließlich gibt es das beliebte Hefe-Gebäck in zig verschiedenen Ausführungen. Müsste es da nicht einen Unterschied machen, zu welcher Sorte du greifst?

Warum sind Berliner überhaupt so kalorienreich? Sparst du Kalorien, wenn du die Krapfen selbst bäckst, anstatt sie in der Bäckerei zu kaufen? Antworten auf diese Fragen und eine genaue Übersicht über die Nährwerte eines durchschnittlichen Berliners liefert dir der folgende Ratgeber.




Das Wichtigste in Kürze

  • Der durchschnittliche Berliner hat 245 kcal und wiegt 70 g. Allerdings können diese Werte je nach Hersteller und Sorte variieren.
  • Der Krapfen mit Konfitüre und Puderzucker stellt die kalorienärmste Variante aus der Bäckerei dar. Am kalorienreichsten sind solche mit Cremefüllung und Zuckerguss.
  • Alternativ kannst du die Hefe-Küchlein auch selbst im Backofen oder dem Airfryer backen. So sparst du einiges an Kalorien, da du auf das Frittieren verzichtest.

Kalorien in Berlinern: Was du wissen solltest

Der klassischen Berliner aus Hefeteig wird in Fett ausgebacken, um anschließend mit Marmelade gefüllt und mit Zucker bepudert zu werden. Diese Beschreibung allein lässt schon vermuten, dass es sich bei einem Krapfen um ein sehr gehaltvolles Gebäck handelt.

Im Schnitt hat ein Berliner 245 kcal, 14 g Fett und 15 g Zucker. (Bildquelle: Leon Eprhaim/ unsplash)

Im Folgenden werden wir dir alle Fragen rund um die Nährwerte von Berlinern beantworten.

Welche Nährwerte hat ein Berliner vom Bäcker?

Die Nährwerte eines Berliners können von Hersteller zu Hersteller variieren. Vergleicht man verschiedene Bäckereien miteinander, lässt sich ein Mittelwert bestimmen, der bei etwa 254 kcal pro Stück liegt. Die folgende Tabelle verschafft dir einen Überblick über die durchschnittlichen Nährwerte eines Berliners, wie du ihn regulär beim Bäcker kaufen kannst (2):

Nährwerte pro 100g pro Stück (70g)
Kalorien 350 kcal 245 kcal
Energie 1465 kJ 1025 kJ
Fett 14 g 9,8 g
davon gesättigte Fettsäuren 5,4 g 3,8 g
Kohlenhydrate 47 g 32,9 g
davon Zucker 14,8 g 10,4 g
Eiweiß 7,3 g 5,1 g
Salz 0,8 g 0,6 g

Diese Angaben können jedoch lediglich als durchschnittliche Richtwerte dienen. Je nach Hersteller und Sorte können die Nährwerte eines Berliners auf 100 g gerechnet zwischen 320 und 280 kcal, 9 bis 16 g Fett und 13 bis 22 g Zucker schwanken (2, 3).

Unabhängig von den Schwankungen gilt: ein Berliner besteht knapp zur Hälfte aus Fett und Zucker (4). Somit stecken hinter den vielen Kalorien keine besonders reichhaltigen Nährstoffe, die dein Körper nachhaltig verwerten kann. Dementsprechend solltest du die leere Kalorienhülle in Maßen genießen (5).

Wie viel Kalorien haben die verschiedenen Berliner-Sorten?

Bezüglich Füllung und Glasur des Berliners unterscheiden sich die Vorlieben von Region zu Region. Neben Marmelade wird das Hefe-Gebäck auch mit Pflaumenmus, Hagebuttenmark, Vanillecreme, Nougat oder Eierlikör gefüllt. Für ein vollkommenes Geschmackserlebnis variiert in Abhängigkeit von der Füllung auch der Überzug. Du findest nicht nur Berliner, die mit Zucker bestäubt, sondern auch solche, die damit glasiert sind (6).

Die verschiedenen Füllungen und Glasuren machen sich nicht nur im Geschmack, sondern auch bei den Kalorien bemerkbar. Welche Sorte besonders kalorienhaltig ist und welche eher weniger, zeigt dir die folgende Tabelle (7):

Sorte Kalorien pro Berliner
Apfelmusfüllung und Puderzucker  ca. 210 kcal
Konfitüre und Puderzucker ca. 220 kcal
Cremepudding und Zuckerguss ca. 285 kcal
Eierlikör und Zuckerguss ca. 290 kcal
Schokoladenfüllung und Schokoglasur ca. 320 kcal

Die Kalorienübersicht zeigt deutlich: Es kommt darauf an, zu welcher Sorte du greifst. In Bezug auf die Kalorien sind Berliner eben nicht gleich Berliner. Füllung und Überzug machen für die Fett- und Kalorienbilanz durchaus einen Unterschied. Verspürst du also Lust auf die süße Köstlichkeit, möchtest aber nicht so viele Kalorien zu dir nehmen, dann greife am besten zu einem Krapfen mit Fruchtfüllung und dünner Puderzucker-Haube.

Wie viel wiegt ein Berliner?

Versuchst du die Kalorien eines Berliner über die Website deiner Bäckerei herauszufinden, wirst du oftmals nicht zufriedenstellend fündig. Viele Bäcker machen für ihre verschiedenen Gebäckstücke zwar konkrete Nährwertangaben.

Diese beziehen sich jedoch häufig auf 100 g statt auf ein einzelnes Gebäckstück. Das ist nicht besonders hilfreich, hast du den Berliner nicht zu einem früheren Zeitpunkt schon einmal gekauft und gewogen.

Solltest du dich in einer solchen Situation wiederfinden, rechne zukünftig einfach mit 70 g pro Berliner. Natürlich variieren Gewicht und Größe eines Berliners je nach Hersteller. Manche Bäckereien bieten sogar XXL- oder Mini-Versionen an. Im Groben kannst du aber von einem durchschnittlichen Gewicht von 70 g pro Berliner ausgehen.

Warum sind Berliner so kalorienreich?

Für den hohen Kaloriengehalt im Berliner sind weniger seine Zutaten an sich verantwortlich, sondern vielmehr deren Weiterverarbeitung. Der Krapfen wird nämlich nicht im Ofen, sondern in Fett ausgebacken. Durch das Frittieren erhöht sich der Fettanteil um mehr als das Doppelte. Das wiederum treibt auch die Kalorien in die Höhe (3).

Berliner sind ganz schöne Kalorienbomben. Deswegen wurden sie im Mittelalter vor allem kurz vor der Fastenzeit in großen Mengen geschlemmt. (Bildquelle: RitaE/ pixabay)

Früher war dies auch genau so gewollt. Schon im Mittelalter galt der Krapfen als perfekte letzte Mahlzeit vor der christlichen Fastenzeit. Die mittelalterlichen Fastenregeln verboten den Verzehr von Fleisch, Milchprodukten, Alkohol und Eiern.

Somit bot sich der kalorienreiche Krapfen nicht nur dazu an, sich vor den sieben Wochen des Verzichts noch einmal zu stärken. Das Gebäck aus Zutaten wie Milch, Zucker, Schmalz und Eiern diente auch dazu verderbliche Reste zu verwerten. Dies ist auch der Ursprung dafür, dass Berliner noch heute als Fastnachtsküchlein vor allem zur Karnevalszeit Hochsaison haben (8, 9, 10).

Welche Alternativen gibt es zu den kalorienreichen Berlinern aus der Bäckerei?

Du kannst die Kalorienzufuhr beim Verzehr eines Berliners zwar etwas steuern, indem du zu kalorienärmerer Füllung und Glasur greifst – im Großen und Ganzen bleiben gekaufte Berliner jedoch Kalorienbomben. Das kann zum Problem werden, solltest du zwar einerseits auf eine kalorienarme Ernährung achten, andererseits jedoch nicht auf das süße Gebäck verzichten wollen.

Ein Ausweg, der sich dir an dieser Stelle bietet, liegt darin, kurzerhand selbst den Kochlöffel beziehungsweise das Nudelholz zu schwingen. Dabei hast du verschiedenen Möglichkeiten:

  • Berliner aus dem Backofen
  • Berliner aus dem Aifryer
  • Berliner selbst frittieren

Je nachdem für welche Variante du dich entscheidest, gibt es verschiedene Aspekte, die du beachten solltest. Die verschiedenen Zubereitungsweisen werden dir im Folgenden genauer erläutert.

Berliner aus dem Backofen

Wie zuvor erwähnt, sind es weniger die Zutaten an sich, die den Krapfen so kalorienreich machen, sondern das Ausbacken in Fett. An dieser Stelle kann der Backofen Abhilfe schaffen. Krapfen lassen sich nämlich ebenso gut im Backofen zubereiten.

Diese Variante eignet sich besonders für Menschen, die es sowieso nicht ganz so fettig mögen und auf das Frittier-Aroma gut und gerne verzichten können. Damit die perfekt runde Form auch beim Backen nicht verloren geht, kannst du ein Muffinblech verwenden (11).

Berliner aus dem Airfryer

Zugegebenermaßen ist das Ergebnis aus dem Backofen jedoch nicht annähernd so luftig und vollmundig wie die traditionell frittierten Krapfen. Möchtest du näher an den Geschmack und das Mundgefühl von frittiertem Gebäck herankommen, so kannst du zur Heißluftfritteuse greifen. Auch auf diesem Wege sparst du eine Menge Fett. Die Ballen müssen lediglich rundum einmal leicht mit Öl eingepinselt werden, anstatt gleich ein Vollbad darin zu nehmen.

Berliner selbst frittieren

Natürlich sind Konsistenz und Geschmack beim Backen im Ofen oder im Airfryer nicht dieselben wie aus dem Fettbad. Wer also bei seinem Berliner auf den klassischen Geschmack von Frittiertem nicht verzichten möchte, für den gibt es auch beim Frittieren einen Weg den Fett- und somit Kaloriengehalt zu steuern.

Bäckst du Berliner selbst, anstatt sie zu kaufen, kannst du Fett- und Zuckergehalt sowie Größe selbst regulieren. So kannst du Kalorien sparen. (Bildquelle: cottonbro/ pexels)

Du solltest darauf achten, dass das Fett die richtige Temperatur hat. Eine Temperatur von etwa 175°C ist optimal. Ist das Fett nicht heiß genug, wird der Hefekloß nämlich nicht knusprig, sondern saugt sich stattdessen stark mit Fett voll. Dadurch wird er nicht nur kalorienreicher, sondern auch der Geschmack leidet.

Fazit

Mit durchschnittlichen 245 kcal pro Stück à 70 g handelt es sich bei einem Berliner um ein kalorienreiches Gebäck. Da die hohe Kalorienzahl vor allem durch das Frittieren entsteht, ist er trotz vieler Kalorien nicht besonders nahrhaft. Berliner aus der Bäckerei solltest du also in Maßen genießen.

Um Kalorien einzusparen, greife lieber zu einem klassischen Berliner, der mit Marmelade gefüllt und leicht mit Puderzucker bestäubt ist. Diese Variante ist etwas kalorienärmer als eine solche mit Cremefüllung und Glasur. Backst du gerne selbst, kannst du auch eine fett- und kalorienärmere Alternative im Backofen oder der Heißluftfritteuse zaubern.

Bildquelle: foodandmore / 123rf

Einzelnachweise (11)

1. Duden.de: Wörterbuch Krapfen
Quelle

2. Die Gastro.de: Wie viele Kalorien haben die Krapfen an Fasching? Die Gastro, 15.11.2019
Quelle

3. apotheken-umschau.de: Wie viele Kalorien haben Faschings-Krapfen? Sophie Kelm, 15.02.2019
Quelle

4. Helspster.de: Wieviel Kalorien hat ein Berliner Pfannkuchen? - Erfahren Sie mehr über das beliebte Gebäck Caroline Schröder
Quelle

5. dge.de: Karneval: Krapfen nur in Maßen Deutsche Gesellschaft für Ernährung, 09.02.2018
Quelle

6. wikipedia.org: Berliner Pfannkuchen 14.04.2021
Quelle

7. EatSmarter.de: An Karneval: Kalorien sparen und feiern Katrin Koelle, 26.02.2019
Quelle

8. ichkoche.at: Die Geschichte des Krapfen Christoph Wagner
Quelle

9. meine-familie-und-ich.de: Krapfen, Kreppel, Berliner oder doch Pfannkuchen?
Quelle

10. therese-moelk.de: Wer hat's erfunden?
Quelle

11. springlane.de: Vom Ausbacken bis zum Füllen – so backst du Berliner Ballen Céline Praske
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Wörterbuch Krapfen
Duden.de: Wörterbuch Krapfen
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Wie viele Kalorien haben die Krapfen an Fasching?
Die Gastro.de: Wie viele Kalorien haben die Krapfen an Fasching? Die Gastro, 15.11.2019
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Wie viele Kalorien haben Faschings-Krapfen?
apotheken-umschau.de: Wie viele Kalorien haben Faschings-Krapfen? Sophie Kelm, 15.02.2019
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Wieviel Kalorien hat ein Berliner Pfannkuchen? - Erfahren Sie mehr über das beliebte Gebäck
Helspster.de: Wieviel Kalorien hat ein Berliner Pfannkuchen? - Erfahren Sie mehr über das beliebte Gebäck Caroline Schröder
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Karneval: Krapfen nur in Maßen
dge.de: Karneval: Krapfen nur in Maßen Deutsche Gesellschaft für Ernährung, 09.02.2018
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Berliner Pfannkuchen
wikipedia.org: Berliner Pfannkuchen 14.04.2021
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An Karneval: Kalorien sparen und feiern
EatSmarter.de: An Karneval: Kalorien sparen und feiern Katrin Koelle, 26.02.2019
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Die Geschichte des Krapfen
ichkoche.at: Die Geschichte des Krapfen Christoph Wagner
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Krapfen, Kreppel, Berliner oder doch Pfannkuchen?
meine-familie-und-ich.de: Krapfen, Kreppel, Berliner oder doch Pfannkuchen?
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Wer hat's erfunden?
therese-moelk.de: Wer hat's erfunden?
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Vom Ausbacken bis zum Füllen – so backst du Berliner Ballen
springlane.de: Vom Ausbacken bis zum Füllen – so backst du Berliner Ballen Céline Praske
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