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Zuletzt aktualisiert: 16. Juni 2021

Leicht, lecker, vital- durch diese drei Wörter lässt sich die asiatische Küche am treffendsten charakterisieren. Sie zeichnet sich durch ihre gut bekömmlichen, gesunden und genussvollen Gerichte aus und präsentiert sich in einer einzigartigen Vielfalt.

Da jedes Land seine eigenen Traditionen und Essgewohnheiten hat, kann man von der asiatischen Küche eigentlich gar nicht sprechen. Über allem schwebt jedoch ein Hauch von fremdländischen Gewürzen, Exotik, Kräutern und Soßen, die alles miteinander verbinden und darauf warten entdeckt zu werden.

In unserem Ratgeber erfährst du alles rund um das Thema asiatisches Essen und spätestens danach bist auch du ein echter Experte, was asiatisches Essen angeht.




Das Wichtigste in Kürze

  • Besonders schonende Garverfahren führen dazu, dass in der asiatischen Küche viele Nährstoffe in den Zutaten erhalten bleiben und das Essen dadurch sehr gesund ist. Dadurch eignet sich asiatisches Essen auch perfekt, um abzunehmen.
  • Die typische asiatische Küche gibt es eigentlich nicht, da sie immer aus den einzelnen Nationalküchen besteht und die ihre eigenen Besonderheiten haben. Jedoch werden in den verschiedenen Nationalküchen gleiche Zutaten wie Reis verwendet, was sie somit verbindet.
  • Das China-Restaurant-Syndrom beschreibt einen Zustand des Unwohlseins nach dem Genuss von asiatischem Essen und soll auf die hohe Menge an Glutatmat in den Gerichten zurückzuführen sein. Bis heute konnte dies allerdings nicht bestätigt werden.

Hintergründe: Was bedeutet asiatisch essen?

Als asiatische Küchen oder asiatische Essen bezeichnet man die Regional- und Nationalküchen in den asiatischen Staaten östlich des Einflusses von anderen Küchen, wie der arabischen Küche bzw. orientalischen Küche.

Die asiatische Küche zeichnet sich durch schonenden Garverfahren, würzige und aromatische Zubereitungen, die teilweise sehr scharf sind , so wie Reis als zentrales Element von vielen Speisen aus. Auch der hohe Anteil von Meeresfrüchten und Speisefischen spielt dabei eine wichtige Rolle in den Essgewohnheiten einzelner Regionen.

Welche Länder sind mit asiatischem Essen gemeint?

Man kann nicht genau definieren, was die eine asiatische Küche oder was das eine asiatische Essen sein soll. Die asiatische Küche ist vielmehr die Summe der einzelnen Länderküchen und ihrer Besonderheiten.

Art der Küche Länder
Südostasiatisch Chinesisch, Japanisch, Koreanisch, Thailändisch, Veitnamesisch
Zentralasiatisch Afghanisch, Indisch, Mongolisch, Tibetisch, Uigurisch

Die Asiatische Küche lässt sich also grob in die Südostasiatische Küche und die Zentralasiatische Küche unterscheiden.

Was sind typische Zutaten der asiatischen Küche?

Obwohl die asiatische Küche aus den einzelnen Länderküchen besteht, die sich zum Teil in den Gerichten und Zutaten sehr unterschieden, gibt es Zutaten, die von Japan bis Indien in jedem Topf oder Wok zu finden sind.

Reis

Reis ist das Grundnahrungsmittel vieler Asiaten und wird dementsprechend zu fast allen Speisen serviert. Die größten Reisanbaugebiete der Welt liegen in Asien und es werden viele verschiedene Sorten von Reis angebaut und verarbeitet. Die verschiedenen Reissorten finden alle Verwendung in Gerichten wie z.B. Basmati-Reis, Duftreis, Klebereis und Parboiled-Reis.

In den asiatischen Ländern wird überwiegend der weiße geschliffene und polierte Reis verzehrt, der deutlich weniger B-Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente enthält als Parboiled Reis und Naturreis.

Es wird gesagt, die Asiaten würden ihren Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen über die gemüsereichen Beilagen decken. Zudem werden aus Reis Produkte hergestellt, die für viele asiatische Gerichte benutzt werden wie Mirin, Sake, Reisessig und Reispapier.

Soja

Sojabohnen gehören zu den Hülsenfrüchten. Ähnlich wie die bei uns gängigen Vertreter (Bohnen, Erbsen, Linsen) sind Sojabohnen reich an Ballaststoffen, B-Vitaminen, Vitamin E, Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Die Sojabohne ist in fast jeder asiatischen Speise vorhanden und findet in verarbeiteter Form z.B. als Milch, in Form von Tofu oder als Sojasauce ihre Anwendung.

Nudeln

Zusätzlich zum Reis werden auch Nudeln gerne und oft in der Asiatischen Küche verwendet. Dabei werden Nudeln nie allein serviert, sondern kommen meisten gemischt mit anderen Zutaten im Wok oder als Suppe auf den Tisch.

Es gibt Nudeln in vielen verschiedenen Varianten und je nach ihren Zutaten werden sie unterschieden in Eiernudeln, Weizennudeln, Buchweizennudeln, Instantnudeln oder Reisnudeln. Neben dem Mehl bzw. der Stärke können weitere typische asiatische Zutaten in den Nudeln sein, wie Enteneier, Algen oder gemahlene Garnelen.

Milchprodukte

In Asien sind 90 Prozent der Menschen laktoseintolerant (In Deutschland nur ca. 15 Prozent). Ihnen fehlt also ein bestimmtes Enzym (Lactase), um den Milchzucker in den Milchprodukten zu spalten und verdauen zu können.

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Der Wok ist der Allrounder in der asiatischen Küche, und bereitet die Gerichte schonend zu. (Bildquelle: Clem Onojeghuo / Unsplash)

Die Folge wenn doch Milchprodukte verzehrt werden sind Übelkeit, Magenschmerzen und Durchfall. Aus diesem Grund wird in der asiatischen Küche auf Milchprodukte verzichtet.

Wie wird asiatisches Essen zubereitet?

Die verschiedenen Küchenutensilien, die wir aus der europäischen Küche oder von uns zu Hause kennen, wie Bratpfanne, Topf oder Fritteuse werden in der asiatischen Küche von einem einzigen Allrounder vereint, dem Wok. Diese traditionelle Zubereitungsform kann schmoren, kochen, braten und frittieren zugleich und das ganze auch noch sehr nährstoffschonend.

Dadurch, dass sich die Hitze beim Wok nur am Boden befindet und an den Seiten und  nach oben abnimmt werden die klein geschnittenen Zutaten durch das ständige schwingen und rühren sehr schonend gegart.

Ein weiteres Hilfsmittel, was oft zum Einsatz kommt, sind Bambuskörbchen. Diese Körbchen werden übereinander gestapelt und der aufziehende heiße Dampf gart die Gerichte dadurch sehr schonend.

Welche Getränke werden zu asiatischem Essen gereicht?

Auch hier gibt es wieder kleinere länderspezifische Unterschiede, aber alle Asiaten eint eigentlich die Liebe zu Tee. Egal ob zum Frühstück, Mittagessen oder Abendessen es wird sehr gerne und viel heißer grüner Tee getrunken oder in seltenen Ausnahmen auch mal eine warme Sojamilch.

Die Unterschiede in den einzelnen Ländern machen sich dann an bestimmten Getränken fest.(1) So wird in China nach einem erfolgreichen Geschäft mit Baijuu angestoßen, einem Schnaps aus Weizen.

Wogegen japanische Geschäftsmänner in der Regel mit Sake anstoßen, was wiederum ein Reisschnaps ist. Da die Indische Küche oft sehr scharf ist wird zu den Gerichten oft ein Lassi, welcher aus Joghurt besteht, gereicht, um die Schärfe etwas zu mildern.

Welche Gewürze werden in asiatischem Essen benutzt?

Die herkömmlichen Gewürze, wie Salz oder Pfeffer, kommen in der asiatischen Küche nicht zum Einsatz. Hier wird auf andere Zutaten zurückgegriffen, die den meisten Gerichten ihre besondere Note geben. Um ein Gericht Schärfe zu verleihen, wird in der asiatischen Küche oft Ingwer benutzt.

Auch verschiedene Chili-Pasten sogenannte Sambals finden hier ihre Anwendung (hier ist besonders Wasabi zu nennen, was eine grüne Paste aus Meerrettich und Senf ist).

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Bambuskörbchen, die die Gerichte schonend Dampfgaren sind in der asiatischen Küche auch sehr verbreitet. (Bildquelle: Pooja Chaudhary / Unsplash)

Schaut man auf die verwendeten Kräuter wird in asiatischen Essen oft Zitronengras benutzt um dem Gericht eine frische und exotische Note zu verleihen. Bei Fleischgerichten oder Saucen findet man zudem häufig Koriander. Bei Südasiaten wird zusätzlich oft Kurkuma verwendet, um den Reis zu würzen.

Wie verbreitet ist asiatisches Essen in Deutschland?

Das erste chinesische Restaurant in Deutschland wurde 1923 in Berlin, Charlottenburg eröffnet.(2) Es war bis in die 1930er Jahre das einzige asiatische Restaurant in Deutschland.

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Etablierung der asiatischen Spezialitäten eine rasante Entwicklung an. Nach der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten kam es zu einer erheblichen Expansion der asiatischen Esskultur. (3)

Besonders schnell verbreiteten sich vietnamesische und chinesische Restaurants. Heute wird in Betriebsrestaurants Asia-Frontcooking betrieben, Sterne-Köche präsentieren Euro-Asiatische Gerichte und in den Städten gibt es eine Vielzahl von Schnellimbissen.

In Deutschland gibt es 10.000 chinesische Restaurants, sowie eine Vielzahl japanischer, thailändischer und andere asiatische Restaurants.(4)

Wie gesund ist asiatisches Essen?

Die typisch deutsche Küche mit Kotelett, paniertem Schnitzel und Braten enthält viel Fett. In Asien macht dagegen Gemüse einen Hauptteil der Gerichte aus.(5) Alles wird frisch, fettarm und schonend zubereitet. Nur hochwertige Öle aus Sesam oder Soja kommen zum Einsatz.

Diese sind reich an ungesättigten Fettsäuren. Beim Kurzbraten im Wok, Blanchieren oder Dampfgaren im Bambuskörbchen bleiben die Nährstoffe besser erhalten als bei Lebensmitteln, die in der Pfanne erhitzt werden.

Asiaten essen Reis, Soja und viel Gemüse als Beilage, Deutsche bevorzugen Bratkartoffeln, Kroketten oder Pommes mit Mayonnaise. Während die deutschen Gerichte viel Fett enthalten und schwer im Magen liegen, punktet das asiatische Essen mit gesunden Inhaltsstoffen: Reis enthält viele Kohlenhydrate und macht satt.

Zusätzlich ist er reich an Vitaminen und Mineralstoffen, regt die Verdauung an und entwässert. In Soja sind alle wichtigen Aminosäuren enthalten, die der Mensch zwar benötigt, der Körper aber nicht selbst produziert. Eine Tasse Soja enthält kaum Fett, hat aber dafür soviel Eiweiß wie ein 150-Gramm-Steak.

Genau aus dem Grund eignet sich asiatisches Essen auch perfekt dafür, eine Diät zu machen und abzunehmen. Durch die gesunden Fette, die geringe Zufuhr an Kohlenhydraten und die hohe Menge an Eiweiß wird die Grundlage für ein gesundes Muskelwachstum und einen gesunden Körper gelegt. (6)

Welche Rolle spielt Glutamat im asiatischen Essen?

Mononatriumglutamat oder einfach nur “Glutamat” wird in vielen asiatischen Speisen verwendet und ist verantwortlich für den reichhaltigen Geschmack “umami”, oder auf Deutsch “schmackhaft”.

Durch Glutamat schmecken Speisen vollmundiger und reichhaltiger, außerdem verstärkt es den Geschmack anderer Nahrungsmittel – es gilt deswegen auch als Geschmacksverstärker. Bisher ist kein anderer Stoff bekannt, der “umami” schmeckt.(7)

Seit den 1960er Jahren kam erstmals der Begriff China-Restaurant-Syndrom auf, nachdem ein Arzt von Beschwerden nach einem chinesischen Essen berichtet hatte.

Diese Beschwerden sollten auf das verwendete Glutamat im Essen zurückzuführen sein. Bis heute konnte jedoch in keiner Studie ein Zusammenhang zwischen dem Einsatz von Glutamat im Essen und körperlichen Beschwerden gefunden werden.(8)

Fazit

So verschieden, wie die einzelnen Länder und Menschen in Asien so verschieden sind auch die Gerichte, die in der asiatischen Küche zubereitet werden.

Obwohl sie so verschieden sind und man von der einen asiatischen  Küche wohl nicht sprechen kann, verbindet sie doch die Liebe zum Reis und bestimmten Kräutern und Gewürzen, die sich in fast jedem Gericht wiederfinden und wodurch man beim Essen auf eine Reise durch Asien geschickt wird.

Ein großer Pluspunkt von asiatischem Essen ist, dass es durch die Zubereitung und die verwendeten frische  und hochwertigen Zutaten eine gesunde Ernährung gewährleistet wird, die zusätzlich noch sehr genussvoll und lecker ist.

Bildquelle: Foodandomore / 123rf

Einzelnachweise (8)

1. Knüsel, Jan: Das Land der zucker­frei­en Getränke, Asienspiegel, 20.09.2018
Quelle

2. Björn Rosen: Chinesisches Charlottenburg, Berlins Chinatown. Tagesspiegel vom 17. Juni 2013
Quelle

3. Melanie Wassink: Hamburger Imbisskette, Ein Drive-in für den Hunger auf Vietnam. Hamburger Abendblatt vom 11. Januar 2012
Quelle

4. Kunst, Alexander: Welche der folgenden asiatischen Gerichte essen Sie am liebsten?, Statista, 04.02.2021
Quelle

5. Johag, Christiane: Deutsches Essen im Vergleich zu mediterraner oder asiatischer Küche ungesund, Der Westen, 23.10.2011
Quelle

6. Rehberg, Carina: Asiatische Ernährung senkt Diabetes-Risiko, Zentrum der Gesundheit, 08.03.2021
Quelle

7. Schöne, Laos: Die Mär vom ungesunden Teufelszeug Glutamat, Die Welt, 09.11.2011
Quelle

8. Maurin, Jost: Schöne Grüße aus der Glutamat-Hölle, Studie zu Geschmacksverstärkern, TAZ, 13.07.2017
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Wissenschaftlicher Artikel
Knüsel, Jan: Das Land der zucker­frei­en Getränke, Asienspiegel, 20.09.2018
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Wissenschaftlicher Artikel
Björn Rosen: Chinesisches Charlottenburg, Berlins Chinatown. Tagesspiegel vom 17. Juni 2013
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Wissenschaftlicher Artikel
Melanie Wassink: Hamburger Imbisskette, Ein Drive-in für den Hunger auf Vietnam. Hamburger Abendblatt vom 11. Januar 2012
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Wissenschaftliche Untersuchung
Kunst, Alexander: Welche der folgenden asiatischen Gerichte essen Sie am liebsten?, Statista, 04.02.2021
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Wissenschaftlicher Artikel
Johag, Christiane: Deutsches Essen im Vergleich zu mediterraner oder asiatischer Küche ungesund, Der Westen, 23.10.2011
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Wissenschaftliche Untersuchung
Rehberg, Carina: Asiatische Ernährung senkt Diabetes-Risiko, Zentrum der Gesundheit, 08.03.2021
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Wissenschaftlicher Artikel
Schöne, Laos: Die Mär vom ungesunden Teufelszeug Glutamat, Die Welt, 09.11.2011
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Wissenschaftlicher Artikel
Maurin, Jost: Schöne Grüße aus der Glutamat-Hölle, Studie zu Geschmacksverstärkern, TAZ, 13.07.2017
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Testberichte